Elektronische Patientenakte: Testprojekte kämpfen mit Startproblemen
In den Pilotregionen zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) fordern die Kassenärztlichen Vereinigungen eine Verlängerung der Testphase. Dies steht im Kontrast zur geplanten Einführung im April. Trotz eines Starts im Januar zeigen die bisherigen fünf Wochen, dass die aktuellen Tests nicht reibungslos verlaufen.
Die Verantwortlichen aus Bayern, Hamburg, Nordrhein und Westfalen-Lippe betonen, dass eine überstürzte Einführung die Softwarequalität, die Datensicherheit und die Akzeptanz erheblich beeinträchtigen könnten. In Hamburg, Franken und Teilen Nordrhein-Westfalens berichten rund 300 Praxen, dass es an der notwendigen technischen Infrastruktur mangelt oder Komplikationen auftreten, die einen effektiven Test der ePA verhindern.
Insbesondere in Westfalen-Lippe bemängelt etwa ein Drittel der Praxen, dass sie die elektronische Akte noch nicht einmal ausprobieren konnten. Es besteht Einigkeit darüber, dass das Zeitfenster für die Fehlerbehebung bis zur geplanten Bewertung durch die Digitalagentur Gematik Mitte März als zu knapp angesehen wird.
Die Stimmen mehren sich, die den Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dazu aufrufen, der Testphase eine längere Dauer zu gewähren. Die Befürchtungen der Kassenärztlichen Vereinigungen sind, dass ein verfrühtes Ausrollen der ePA sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten Frust verursachen könnte.
Geht es nach Bayern, so würde dies schlimmstenfalls zu einer kollektiven Ablehnung durch die beteiligten Parteien führen. Seit Mitte Januar erhalten gesetzlich Versicherte schrittweise Zugang zur ePA, vorausgesetzt sie erheben keinen Widerspruch.
Diese Akte soll medizinische Daten wie Befunde und Laborwerte elektronisch bündeln und den Patienten lebenslang begleiten. Der Zugriff erfolgt bequem über Smartphone-Apps der Krankenkassen.

