Elektronische Patientenakte: Fortschritte und neue Herausforderungen
Die Techniker Krankenkasse (TK) betrachtet den Start der elektronischen Patientenakte (ePA) als vielversprechend, strebt jedoch eine Vereinfachung der Nutzung an. Vorstandschef Jens Baas hebt hervor, dass viele Versicherte den Anmeldeprozess als kompliziert empfinden und schlägt ein Videoident-Verfahren vor, das rechtliche Anpassungen erfordert.
Obwohl 70 Millionen gesetzlich Versicherte bereits eine ePA besitzen, nutzen viele diese nicht aktiv. Für die Freischaltung ist eine einmalige Authentifizierung erforderlich, die derzeit entweder mit einem elektronischen Personalausweis oder einer E-Gesundheitskarte erfolgt, jeweils gesichert durch eine Pin.
Um die Nutzung zu erleichtern, zieht die TK ein Anmeldeverfahren in Betracht, das dem Online-Banking ähnelt und keine Pin erfordert. Baas betont, dass das Videoident-Verfahren sowohl bequem sei als auch Sicherheitsanforderungen erfülle. Diese seien bei Gesundheitsdaten jedoch generell höher.
Aktuell greifen wöchentlich 70.000 TK-Versicherte auf die ePA zu, insgesamt werden 750.000 von elf Millionen erstellten E-Akten aktiv genutzt. Baas zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung, da die ePA keine App für den täglichen Gebrauch sei, sondern vielmehr bei Krankheiten oder Arztterminen Verwendung finde.
Auch bei passiver Nutzung erweist sich die ePA als vorteilhaft. Befunde und Behandlungsinformationen werden automatisch gespeichert und stehen bei Bedarf zur Verfügung. Patienten behalten die Kontrolle über ihre Daten, indem sie nach dem Einloggen selbst festlegen können, welche Informationen von medizinischem Personal eingesehen werden dürfen.

