Einigung in Tarifgesprächen: Aufwind für die ostdeutsche Stahlindustrie
In einem entscheidenden Schritt für die ostdeutsche Stahlindustrie haben Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG Metall eine Einigung erzielt. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Gehälter der rund 8.000 Beschäftigten ab dem 1. Januar 2026 um 1,75 Prozent steigen werden. Auch die Ausbildungsvergütungen erfahren eine Aufstockung um 75 Euro monatlich. Der neue Tarifvertrag gilt bis Ende 2026 und enthält wichtige Regelungen zur Beschäftigungssicherung sowie zur Altersteilzeit.
Die Tarifverträge garantieren die Übernahme von Auszubildenden und ermöglichen flexible Arbeitszeitmodelle, darunter eine Reduzierung auf 28 Stunden mit teilweisem Lohnausgleich. Gleichzeitig bieten sie Lösungen für Arbeitszeitkonten und Modelle zur Altersteilzeit. Die Einigung bedarf noch der Zustimmung durch die Tarifkommission sowie den Vorstand der IG Metall.
Der Bezirksleiter der IG Metall, Jan Otto, beschrieb die Verhandlungen als 'zäh', betonte jedoch den erreichten Beitrag zur Stabilität für Beschäftigte. Dabei rief er die Bundesregierung auf, mit einem speziellen Stromtarif für die Industrie weitere Entlastungen zu schaffen.
Der Erfolg der Einigung war nicht zuletzt aufgrund der vorausgegangenen Verhandlungen im Norden Deutschlands erwartet worden. Die Möglichkeit von Warnstreiks bestand bereits seit Anfang Oktober, da die Friedenspflicht endete. Die nächste Hürde wird bei den Tarifverhandlungen für die saarländische Stahlindustrie genommen.
Die deutsche Stahlbranche steht derzeit unter erheblichem Druck, ausgelöst durch die Herausforderungen in der Autoindustrie, steigende Energiepreise und Billigimporte aus China. Zudem bereiten hohe Importzölle auf amerikanischen Märkten und die Umstellung auf eine umweltfreundliche Produktion Probleme. Große Unternehmen wie Thyssenkrupp verkündeten bereits den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze.

