Einflussreiche Riege – Fossile Lobbyisten drängen zur Weltklimakonferenz in Brasilien
Die laufende Weltklimakonferenz steht in der Kritik: Eine Analyse der Koalition "Kick Big Polluters Out" hat aufgedeckt, dass bemerkenswerte 1.602 Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie an diesem UN-Treffen teilnehmen. Diese Koalition, unterstützt von führenden Organisationen wie Transparency International und Greenpeace, nutzte öffentlich zugängliche Daten des UNFCCC, um diesen Umstand ans Licht zu bringen.
Bemerkenswert ist, dass die Lobbyisten mehr Zugangsberechtigungen besitzen als Delegationen der zehn am stärksten von der Erderwärmung betroffenen Staaten, darunter Tschad, Niger und Sierra Leone, die insgesamt nur auf 1.061 Delegierte kommen. Viele dieser Lobbyisten sind Teil von Handels- oder Wirtschaftsverbänden und einige haben sich sogar in Regierungsdelegationen positionieren können. Auffällig ist Frankreichs offizielle Delegation mit 22 Vertretern aus dem fossilen Bereich, darunter Vertreter von TotalEnergies. Über 599 der Lobbyisten verfügen über spezielle Akkreditierungen, die ihnen Zugang zu entscheidenden Verhandlungsstellen gewähren.
Die Koalition aus Umwelt- und Klimaorganisationen fordert eine radikale Veränderung: Den Ausschluss solcher Akteure von zukünftigen Klimagipfeln. Ihr Einfluss stehe konträr zur Aufgabe der Konferenz, die Erderwärmung zu mindern. Zudem wird gefordert, dass alle Teilnehmer ihre finanziellen Hintergründe offenlegen, um Interessenkonflikte transparent zu machen.
Ivonne Yanez von Accion Ecologica kritisiert die Präsenz der fossilen Industrie scharf und hebt die Rolle der Regierungen als "Komplizen" hervor. Seit Jahrzehnten nutzen Ölkonzerne Klimagipfel, um ihr Image zu polieren und gleichzeitig die Umweltbelastung voranzutreiben. Die schädlichen Folgen des Verbrauchs von Öl, Gas und Kohle sind hinlänglich bekannt: Sie tragen erheblich zur Erderwärmung bei, mit schwerwiegenden Umweltkatastrophen als Folgen. Obwohl sich in Dubai 2023 alle Staaten auf einen Kurswechsel einigten, zeigen Ausbaupläne vieler Länder ein schwankendes Commitment. Jax Bonbon von Ibon International beschreibt den wachsenden Einfluss der Lobbyisten als grotesk und beklagt die Auswirkungen auf den UN-Prozess und die betroffenen Gemeinschaften.

