Ein-Cent-Münzen am Ende ihres US-Daseins: Vorbild für Deutschland?
Die Vereinigten Staaten machen ernst: Die Produktion der Ein-Cent-Münze wird im kommenden Jahr endgültig eingestellt. Laut US-Medienberichten beenden Finanzministerium und Münzhersteller die Herstellung der kleinen Kupfermünzen, die vor allem aufgrund ihrer hohen Produktionskosten umstritten sind. Rund 56 Millionen Dollar sollen durch den Wegfall jährlich eingespart werden, ein berechtigtes Argument angesichts der Kosten, die den geringen Nennwert der Münzen übersteigen.
Auch in Deutschland regt sich seit geraumer Zeit Widerstand gegen die Cent-Münzen. Das 'Nationale Bargeldforum' schlug bereits vor, Zahlungen auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag zu runden, was nicht nur den Bezahlvorgang beschleunigen, sondern auch die Herstellungskosten erheblich senken könnte. Dennoch ist bislang nicht bekannt, wie sich die neue Bundesregierung zu diesem Vorschlag positioniert.
Konsumentenschützer betonen, dass der Aufwand, an der Kasse den letzten Cent herauszusuchen, für viele Verbraucher eine lästige Pflicht ist. Laut Eurobarometer, einer europäischen Umfrage, sind 61 Prozent der Europäer für die Abschaffung der Kleinstmünzen; in Deutschland sprachen sich 53 Prozent der Befragten dafür aus.
Der Handel sieht dies jedoch skeptisch. Händler nutzen krumme Preise als Marketinginstrument, da diese bei den Verbrauchern günstiger wirken. Trotz dieser Vorbehalte könnten zukünftige Entscheidungen in Europa den Weg frei für eine Abschaffung der kleinen Münzen machen, ähnlich wie in Finnland, wo Rundungsregeln bereits existieren.
Dennoch bleibt das Bargeld aufgrund seiner Beliebtheit ein zentraler Bestandteil des deutschen Zahlungsverkehrs, auch ohne die kleinsten Münzeinheiten.

