Durchbruch im Tarifkonflikt: Einigung im öffentlichen Dienst erzielt
Der öffentliche Dienst in Deutschland atmet auf: Nach einer intensiven Verhandlungsphase haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag für über 2,5 Millionen Beschäftigte des Bundes und der Kommunen geeinigt. Der Kompromiss sieht eine stufenweise Lohnerhöhung von zunächst 3 Prozent ab April sowie weiteren 2,8 Prozent im Mai des nächsten Jahres vor. Damit sind Streiks abgewendet und beide Parteien zeigten sich erleichtert über das Verhandlungsergebnis in Potsdam.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser lobte den Abschluss als Zeichen des Respekts für die Beschäftigten und betonte dessen Bedeutung für die Attraktivität des öffentlichen Dienstes. Auch Karin Welge von den kommunalen Arbeitgebern bezeichnete die Vereinbarung als fair und angemessen, obwohl die Herausforderungen groß waren.
Gewerkschaftsführer Frank Werneke und Volker Geyer vom dbb Beamtenbund schilderten die Verhandlungen als zäh und betonten den harten Kampf um Fortschritte. Dennoch ist man zufrieden mit den erzielten Ergebnissen.
Parallel zur Lohnerhöhung werden das 13. Monatsgehalt und Schichtzulagen aufgestockt. Ab 2027 wird zudem ein zusätzlicher Urlaubstag gewährt, und Arbeitnehmer können freiwillig ihre Arbeitszeit erhöhen. Zu Bedenken bei den Gewerkschaften wegen eventueller Druckausübung auf Arbeitszeiten wurde letztlich ein Kompromiss gefunden.
Diese Einigung wird die öffentlichen Haushalte belasten: Die Kosten für die Kommunen werden bei über zehn Milliarden Euro jährlich liegen, während der Bund mit zusätzlichen 1,94 Milliarden Euro kalkuliert. Damit wird der Tarifvertrag mit seiner 27-monatigen Laufzeit zu einem bedeutenden Kostenfaktor für den öffentlichen Sektor.
In dem breit gefächerten Einsatz der Arbeitnehmer von Verwaltung über Kindertagesstätten bis hin zu Flughäfen betonte Werneke die Bedeutung der erzielten Ergebnisse für die Gesellschaft. Die Schlichtung unter der Leitung von Roland Koch und Henning Lühr spielte dabei eine zentrale Rolle. Die ursprünglichen Gewerkschaftsforderungen nach acht Prozent mehr Gehalt und drei zusätzlichen freien Tagen schienen zunächst utopisch, wurden letztlich aber durch den gesunden Verhandlungsfortschritt abgemildert.

