Drohnenalarm in Kopenhagen und Oslo: Europas Flughäfen im Visier
Unbekannte Täter haben mit dem Einsatz von Drohnen am Kopenhagener Flughafen den Flugbetrieb für ganze vier Stunden lahmgelegt. Die Vorsichtsmaßnahme verhinderte sowohl Starts als auch Landungen und betrifft eine wesentliche europäische Verkehrsdrehscheibe. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnete die Geschehnisse als bislang schwersten Angriff auf die dänische kritische Infrastruktur.
Zeitgleich erreichten ähnliche Berichte die norwegische Hauptstadt Oslo, wo aus Sicherheitsbedenken der Flughafen kurzzeitig geschlossen wurde. Obwohl die Drohnenaktivitäten nicht verifiziert werden konnten, sichern die norwegischen Behörden höchste Aufmerksamkeit zu, unter so Justizministerin Astri Aas-Hansen. Eine Verbindung zwischen den Ereignissen in Kopenhagen und Oslo sieht der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre nicht, verweist jedoch auf den alarmierenden Umstand gleichzeitiger Vorfälle in mehreren europäischen Ländern.
Dänemark und Norwegen, beide Gründungsmitglieder der NATO, sind als Unterstützer der Ukraine bekannt. Diese geopolitische Position veranlasst den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Vermutungen über mögliche russische Involvement, die Moskau vehement dementiert. Dänemarks Regierungschefin Frederiksen bleibt hinsichtlich konkreter Anschuldigungen zurückhaltend, zieht einen Zusammenhang mit provokanten Drohnenaktivitäten in Polen, Rumänien und Estland aber in Betracht. Zudem weist sie auf kürzliche Hackerangriffe auf europäische Flughäfen hin.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht in dem Vorfall ein beunruhigendes Muster und mahnt, die europäische Infrastruktur zu sichern. Erste Ermittlungen des Kopenhagener Polizeichefs Jens Jespersen verweisen auf einen kompetenten Täter, möglicherweise von einem im Öresund liegenden Schiff aus operierend.
Die NATO reagiert mit einer eindringlichen Warnung an Russland. Die Androhung militärischer Maßnahmen untermauert die angespannte Sicherheitslage und könnte in einem Worst-Case-Szenario zu einer direkten Konfrontation führen.
Unter dem Eindruck der jüngsten Vorfälle haben die NATO-Staaten auf Bitten Estlands bereits zum zweiten Mal im September Konsultationen gemäß Artikel 4 des Bündnisvertrags durchgeführt. Dänemark verzichtet bisher auf ein solches Ansuchen.
Europaweit zeigt sich der Luftverkehr weiter belastet: Neben den jüngsten Drohnenvorfällen sorgte vor wenigen Tagen ein Cyberangriff bereits für Verzögerungen an bedeutenden Flughäfen, unter anderem in Berlin und London.

