Drohnen-Alarm in München: Luftverkehr vorübergehend lahmgelegt
In der vergangenen Nacht sorgten Drohnensichtungen am Flughafen München für erhebliche Beeinträchtigungen im Flugbetrieb. Rund 3.000 Passagiere waren betroffen, als zahlreiche Flüge annulliert werden mussten. Feldbetten wurden in den Terminals bereitgestellt, um die gestrandeten Reisenden unterzubringen, während einige in Hotels untergebracht werden sollten.
Am frühen Morgen konnte der reguläre Flugbetrieb mit Unterstützung der Bundespolizei wieder aufgenommen werden. Flüge, die für den 3. Oktober geplant waren, sollen laut Angaben des Flughafens planmäßig stattfinden.
Die Deutsche Flugsicherung veranlasste die Sperrung der Start- und Landebahnen, nachdem mehrere Personen eine Drohne im Flughafenkreis gesichtet hatten. Die Suche nach den Drohnen und ihren Betreibern blieb jedoch erfolglos. Ein Polizeihubschrauber wurde ergänzt zu den Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt. Insgesamt wurden 17 Flüge gestrichen, während 15 weitere nach Stuttgart, Nürnberg, Wien und Frankfurt umgeleitet wurden.
Da der Münchner Flughafen nachts einem strengen Flugverbot unterliegt, mussten die betroffenen Passagiere bis zum Morgen auf eine Lösung warten. Die bereitgestellten Decken, Getränke und Snacks halfen, die Wartezeit zu verkürzen.
Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV unterstrich die Notwendigkeit klarer Zuständigkeiten und wirksamer Drohnenabwehrmaßnahmen, um zukünftige Zwischenfälle zu verhindern. Drohnensichtungen in der vergangenen Woche über kritischer Infrastruktur in Schleswig-Holstein unterstreichen die Dringlichkeit des Problems.
Berichten zufolge ist die Zahl der Drohnenvorfälle an deutschen Flughäfen stark gestiegen. Die Deutsche Flugsicherung verzeichnete in diesem Jahr bereits 144 Vorfälle, verglichen mit 113 im Vorjahr. Am Flughafen Frankfurt am Main, dem verkehrsreichsten Knotenpunkt des Landes, kam es allein zu 35 Behinderungen.

