Drei Gründe, warum XRP-Rallyes ins Stocken geraten – Was sich ändern muss für eine nachhaltige Erholung

Nachdem XRP in der vergangenen Woche nicht über den wichtigen kurzfristigen Widerstand von $1,60 hinauskommen konnte, ist der Kurs um etwa 8% gefallen und hat sich im Bereich von $1,35 bis $1,40 eingependelt. Marktanalyst Sam Daodu nennt drei miteinander verbundene Probleme, die erklären, warum die jüngsten Rallyes gescheitert sind und was sich ändern muss, um eine nachhaltige Erholung zu ermöglichen.
XRP steht unter Druck, solange Bitcoin nicht $75.000 überschreitet
Erstens bleibt die Dominanz von Bitcoin (BTC) hoch. Daodu stellt fest, dass der Marktanteil von Bitcoin im Jahr 2026 bei etwa 58,6% liegt und meist über 58% bleibt. Historisch gesehen beginnen breite Altcoin-Rallyes oft, wenn die Bitcoin-Dominanz unter 50% fällt und Kapital von BTC in kleinere Token fließt.
Diese Rotation hat jedoch nicht stattgefunden: Institutionen verlagern ihr Kapital nicht in Altcoins, sondern ziehen sich entweder aus dem Kryptomarkt zurück oder halten ihre Mittel in Bitcoin, das als sicherer Hafen wahrgenommen wird. Daodu argumentiert, dass selbst starke fundamentale Daten von XRP den Preis nicht wesentlich bewegen werden, solange Bitcoin nicht entscheidend über $75.000 steigt und sich dort hält.
Zweitens haben große Inhaber seit dem Erreichen von $3,65 im Juli 2025 stetig Gewinne mitgenommen. Daodu schätzt, dass seit diesem Höchststand etwa $6 Milliarden in XRP von sogenannten "Walen" verkauft wurden, und es fließen weiterhin erhebliche Volumina auf die Börsen.
Der Experte identifiziert, dass viele dieser Wale ursprünglich unter $0,65 gekauft haben, sodass sie bereit sind, in Rallyes zu verkaufen, um Gewinne zu sichern. Diese Verkaufsdruck hält die Rallyes kurzlebig.
Drittens befindet sich ein großer Teil der Inhaber im Verlust, was einen anhaltenden Widerstand nahe dem aktuellen Preis schafft. Laut Glassnode-Daten, die von Daodu zitiert werden, wird 60% des zirkulierenden XRP zu einem höheren Preis gehalten als dem aktuellen Niveau; der durchschnittliche Einstandspreis der Inhaber liegt bei etwa $1,44.
Da dieser Durchschnitt fast im Zentrum der jüngsten Handelsspanne von XRP liegt, verkaufen Inhaber, die Verluste gemacht haben, wenn der Preis sich dem Break-even nähert, wobei $1,45 als Gewinnmitnahme-Niveau genutzt wird.
ETFs können das Angebot nicht absorbieren
Daodu fügt hinzu, dass selbst wenn XRP $1,45 überschreitet, weitere Verkaufsschichten wahrscheinlich sind: Positionen im Bereich von $1,40 bis $3,65 enthalten Cluster von Inhabern, die versuchen, Break-even oder besser zu erreichen, was bedeutet, dass Aufwärtsbewegungen auf neues Angebot treffen.
Exchange-traded funds (ETFs), die sich auf XRP konzentrieren, stellen eine weitere strukturelle Einschränkung dar. Das gesamte verwaltete Vermögen (AuM) fiel von seinem Höchststand im Januar von $1,65 Milliarden auf etwa $1 Milliarde, als der Token-Preis sank.
Bei der aktuellen Zuflussrate von etwa $1,9 Millionen pro Woche würden ETFs bis zum Jahresende nur etwa $100 Millionen hinzufügen, ein Niveau, das laut Daodu nicht ausreicht, um das Angebot wesentlich zu absorbieren.
Ein möglicher Katalysator, der die Dynamik ändern könnte, ist das lang erwartete US-Kryptomarktstrukturgesetz, der CLARITY Act, der in den letzten Monaten aufgrund wesentlicher Bestimmungen auf erheblichen Widerstand gestoßen ist, die seine Verabschiedung verhindert haben.
Wenn das Gesetz verabschiedet wird und den Status von XRP als Rohstoff formell festlegt, argumentiert Daodu, würde dies die regulatorische Unsicherheit verringern und könnte eine breitere institutionelle Akzeptanz freisetzen.
Dies könnte Banken dazu ermutigen, sich in XRP zu begleichen, anstatt auf Alternativen wie Ripples RLUSD-Stablecoin zurückzugreifen, was den Nachfrage-Druck erzeugen könnte, der den Preis schließlich aus seiner aktuellen Spanne herausdrückt.
Zusammenfassend ist Daodus Ansicht, dass sich mehrere Faktoren gleichzeitig ändern müssen: ein Wechsel der Kapitalflüsse weg von Bitcoin, weniger Verkäufe von großen Inhabern und wesentlich größere ETF-Zuflüsse – oder eine regulatorische Entwicklung, die Institutionen an Bord bringt.
Bis mehrere dieser Faktoren zusammenkommen, sagt der Analyst, werden XRP-Rallyes wahrscheinlich kurzlebig bleiben und der Token in seiner jüngsten Handelsspanne gefangen bleiben.

