Doom-Schöpfer John Romero kehrt zurück: Neues Shooter-Projekt für Fans der alten Schule
Totgesagte leben nicht nur länger, sie laden manchmal auch schneller nach. Für Fans der alten Schule, die ihre Daumen an Wolfenstein 3D und dem originalen Doom wundgescheuert haben, gibt es Nachrichten, die wie Musik in den Ohren klingen – oder eher wie das rhythmische Wummern einer Schrotflinte. John Romeros neues Projekt, das schon fast auf dem Friedhof der gescheiterten Ambitionen begraben lag, hat sich neu erfunden. Und glaubt man den neuesten Leaks und Aussagen, erwartet uns kein aufgeblähtes Epos, sondern ein messerscharfes Stück Shooter-Kunst, das direkt auf die Nostalgie-Drüsen zielt.
Aus der Asche von „Hellslayer“
Insider Gaming hat tief gegraben und Details zutage gefördert, die das Herz höher schlagen lassen. Ursprünglich hörte das Projekt auf den klangvollen Namen „Hellslayer“. Die Prämisse? Ein Priester, der sich durch Dämonenhorden metzelt. Klingt vertraut? Sollte es auch. Doch der eigentliche Clou lag in der geplanten Mechanik: Starke Einflüsse von Hotline Miami sollten das Gameplay dominieren. Das bedeutet extrem schnelles Sterben und sofortiges Wiederbeleben – ein „Respawn-Loop“, der den Adrenalinspiegel permanent am Anschlag hält.
Mike Straw enthüllte im Insider Gaming Weekly Podcast, dass die ursprüngliche Partnerschaft mit Microsoft zwar Geschichte ist, aber die Seele des Spiels überlebt hat. „Dieses Spiel ist weg, aber sie nehmen Elemente daraus“, erklärt Straw. Was genau von der Hotline Miami-DNA übrig geblieben ist, bleibt noch im Dunkeln, aber die Richtung ist klar: Weg vom Massenmarkt, hin zu puristischer Action.
Kleiner, dreckiger, besser?
John Romero selbst bestätigte kürzlich auf dem Salón del Videojuego de Madrid, dass das Projekt „im Grunde komplett neu gestaltet“ wurde. Doch statt bei Null anzufangen, bedient sich das Team am Buffet der bereits erstellten Assets. „Wir können Teile herausnehmen und in ein brandneues Indie-Spiel stecken“, so Romero. Diese Strategie der Wiederverwertung klingt pragmatisch, ist aber vielleicht genau die Rettung, die das Projekt brauchte.
Der Fokus liegt jetzt auf einem „viel kleineren Spiel“. Was für Investoren oft nach Rückschritt klingt, ist für Romero eine Befreiung. Er beschreibt eine fast schon romantische Rückkehr zu den Wurzeln der Spieleentwicklung. Das Team besteht nun aus ehemaligen Direktoren verschiedener Abteilungen, die plötzlich wieder selbst Hand anlegen dürfen. Keine endlosen Meetings, kein Delegieren – sondern Coden, Designen und Erschaffen. „Wir können das tun, worin wir wirklich gut sind, selbst“, schwärmt Romero über die Vorzüge kleiner Teams. Diese neue Intimität in der Entwicklung könnte genau den „Old-School-Charme“ erzeugen, den moderne Blockbuster oft vermissen lassen.
Ein Fest für Puristen
Für dich als Spieler bedeutet das: Mach dich auf ein Erlebnis gefasst, das vielleicht nicht die grafische Opulenz eines Call of Duty bietet, dafür aber mit einer Gameplay-Dichte aufwartet, die an die goldenen Zeiten von id Software erinnert. Wenn Romero sagt, das Team sei „sehr aufgeregt“ über das neue Design, dann dürfen wir wohl ein Pixelgewitter erwarten, das keine Gefangenen macht. Die Transformation vom gescheiterten Großprojekt zum fokussierten Indie-Shooter könnte sich als der glücklichste Unfall in Romeros jüngerer Karriere erweisen.


