Diplomatisches Tauziehen um Handelszölle: Trump und Merz im Gespräch
US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend offen für eine Lockerung der bisherigen Zölle auf chinesische Importe gezeigt. Im Vorfeld bevorstehender Gespräche deutete Trump an, dass ein Zollsatz von 80 Prozent akzeptabel sein könnte, verglichen mit den bisherigen 145 Prozent. Dies verkündete er auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social.
Mit der Angelegenheit betraut ist Finanzminister Scott Bessent, der an diesem Wochenende mit chinesischen Vertretern verhandelt. Unterdessen spricht sich der neu ernannte Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Gespräch mit Trump für einen radikalen Abbau sämtlicher Zölle zwischen den USA und der EU aus. Bei seinem Antrittsbesuch in Brüssele betonte der CDU-Politiker, dass ein Weg zu null Zöllen für alle Parteien die beste Lösung wäre. Trump zeigte sich offen für weitere Verhandlungen in dieser Frage und lud Merz nach Washington ein.
In der Europäischen Union bremst Merz mit Blick auf die Ukraine bei ihrem Bestreben, der NATO beizutreten. Er argumentiert, dass eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine zeitlich vor einem möglichen NATO-Beitritt priorisiert werden sollte. Derweil verteilen sich die deutschen Bundesländer ihre neuen finanziellen Spielräume unter Anwendung des Königsteiner Schlüssels, wie Marcus Optendrenk von der Finanzministerkonferenz bekanntgab.
Neben diesen politischen und diplomatischen Entwicklungen zeigt sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China auch in ökonomischen Analysen: So warnt der Kreditversicherer Allianz Trade, dass dieser Disput zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland gefährden könnte, sollte sich keine Annäherung der beiden Wirtschaftsmächte abzeichnen.
Abschließend deutet sich in Deutschland eine mögliche Trendwende bei den Firmeninsolvenzen an, deren Zuwachs sich im April mit nur 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verhalten zeigt. Währenddessen hält sich Chinas Außenhandel, trotz der Spannungen mit Washington, überraschend stabil, mit einem Gesamtexportanstieg von 8,1 Prozent im April, wie die chinesischen Zollbehörden berichten.

