Diplomatische Spannungen vor Verhandlungen in der Türkei: Moskaus Botschafter stellt Bedingungen
Russland hat im Vorfeld der bevorstehenden Verhandlungsrunde in der Türkei die Möglichkeit einer Waffenruhe in Aussicht gestellt, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja forderte die westlichen Länder auf, ihre Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen, und verlangte von Kiew, die Mobilmachung zu beenden. Diese Bedingungen, so Nebensja, seien unerlässlich für die Dauer einer Waffenruhe.
Anfang Juni sollen erneut Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul stattfinden, die auf russische Initiative hin wieder aufgenommen wurden. Während Russland darauf drängt, die ursprünglichen Konfliktursachen zu klären, bevor eine Waffenruhe vereinbart wird, verlangt die Ukraine eine sofortige Feuerpause von 30 Tagen ohne Vorbedingungen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet bei einer möglichen Teilnahme an den Verhandlungen echte Fortschritte und hat klargestellt, dass eine Waffenruhe notwendig sei, um das Töten zu stoppen. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern bleiben hoch, insbesondere angesichts der fortgesetzten Kampfhandlungen in verschiedenen Gebieten beider Nationen.
Angriffe in den Regionen Sumy, Charkiw, Donezk, Mykolajiw und Winnyzja sowie im russischen Kursk führten zu Verletzten und Zerstörungen, wobei sich die Schilderungen beider Seiten bislang nicht unabhängig überprüfen lassen. Selenskyj hat unterdessen im Gespräch mit den US-Senatoren Lindsey Graham und Richard Blumenthal seine Hoffnung auf schärfere Sanktionen gegen Russland bekräftigt.
Moskau nutze nach seiner Auffassung diplomatische Gespräche als Vorwand für militärische Offensive, während Russland darauf beharrt, dass seine Truppen bereitstünden, die Kampfhandlungen so lange wie nötig fortzusetzen. Graham und Blumenthal haben zudem ein neues Sanktionspaket vorbereitet, das umfassende Unterstützung im US-Senat erwartet, obwohl seine Annahme im Repräsentantenhaus noch ungewiss bleibt.
Gleichzeitig laufen Bestrebungen, die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der Ukraine im militärischen Bereich auszubauen, womit US-Waffenlieferungen an die Ukraine erleichtert werden könnten.

