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Die Wahrheit über den MSCI World – und welche ETFs Anleger besser aufstellen

19. Juni 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die InvestmentWeek hat die gängigen Weltindizes detailliert analysiert. Unser Ergebnis: Der MSCI World ist längst kein echter Weltindex mehr. Wir zeigen, mit welchen Alternativen Anleger ihr Portfolio breiter, robuster und globaler aufstellen können.

Die Redaktion der InvestmentWeek hat den aktuellen Markt der Welt-ETFs einer umfassenden Analyse unterzogen. Im Zentrum unserer Auswertung standen die größten und relevantesten Weltindizes, die in unzähligen ETF-Sparplänen die Basis für die Geldanlage bilden.

Viele Privatanleger verlassen sich fast blind auf den MSCI World – doch unsere Auswertung zeigt: Hinter der bekannten Fassade verstecken sich erhebliche Lücken, Klumpenrisiken und Konzentrationen, die Anleger kennen sollten.

Nur 73 Prozent der Welt im Portfolio

Der MSCI World, so zeigt unsere Datenanalyse, deckt derzeit lediglich rund 73 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. 1353 Unternehmen sind hier enthalten – allerdings ausschließlich aus den 23 wichtigsten Industrienationen.

Wachstumsmärkte wie China, Indien oder Brasilien fehlen vollständig. Ebenso fehlen Small Caps, also kleinere Unternehmen, die in der globalen Wirtschaftsleistung längst eine bedeutende Rolle spielen.

Diese begrenzte Auswahl führt zu einer massiven Konzentration. Unsere Analyse belegt: Über 70 Prozent des MSCI World entfallen aktuell auf US-amerikanische Unternehmen.

Allein die „Magnificent Seven“ – Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Meta, Alphabet und Tesla – stellen rund 20 Prozent des gesamten Index. Diversifikation, die Anleger eigentlich suchen, sieht anders aus.

Der FTSE All-World – deutlich näher am Weltmarkt

Unsere Redaktion hat daher den FTSE All-World genauer unter die Lupe genommen. Dieser Index bietet Anlegern eine deutlich breitere Streuung: Über 4225 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern sind hier vertreten.

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Damit deckt der FTSE All-World ca. 90 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab – ein spürbares Plus gegenüber dem MSCI World.

Die USA dominieren auch hier, jedoch sinkt ihr Anteil auf rund 62,6 Prozent. Anleger erhalten also ein robusteres Weltportfolio, bleiben aber weiterhin in den globalen Schwergewichten investiert.

Anbieter wie Vanguard (ISIN: IE00BK5BQT80) bieten ETFs auf diesen Index mit moderaten Kosten von 0,15 Prozent an.

MSCI ACWI – das interne Upgrade von MSCI

Ein weiterer Kandidat, den wir ausgewertet haben, ist der MSCI ACWI (All Country World Index). Er verbindet die 1353 Titel des MSCI World mit zusätzlichen 1206 Aktien aus Schwellenländern. Insgesamt werden damit etwa 85 Prozent der globalen Marktkapitalisierung erfasst.

Die Klumpen in den USA und bei den Technologieriesen bleiben jedoch auch hier nahezu ungebrochen: Rund 64 Prozent des Indexvolumens entfallen weiter auf die USA, die „Magnificent Seven“ führen das Feld erneut an. ETFs auf den ACWI sind bei Anbietern wie iShares, SPDR oder Xtrackers erhältlich, mit Kosten zwischen 0,12 und 0,17 Prozent jährlich.

ACWI IMI – maximale Breite durch Small Caps

Für Investoren, die gezielt auch kleinere Unternehmen einbeziehen wollen, haben wir den MSCI ACWI IMI analysiert. Dieser Index erweitert den ACWI um Small Caps und enthält theoretisch über 8300 Unternehmen. Das entspricht etwa 99 Prozent der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung.

In der Praxis können ETF-Anbieter diese Fülle kaum vollständig abbilden. So umfasst etwa der SPDR MSCI ACWI IMI ETF (ISIN: IE00B3YLTY66) aktuell nur rund 3700 Positionen. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,17 Prozent. Dennoch bleibt der ACWI IMI derzeit die umfassendste global investierende Indexlösung am Markt.

Der MSCI ACWI IMI enthält zwar knapp 8400 Aktien – in ETFs landen aber oft weniger als die Hälfte davon. Damit bleibt die Breite der Investierbarkeit in der Praxis eingeschränkt.

Amundi Prime All Country World – breite Streuung zum Tiefpreis

Ein bemerkenswertes Ergebnis unserer Untersuchung: Der Amundi Prime All Country World ETF (ISIN: IE0009HF1MK9) schafft es, solide Diversifikation mit extrem niedrigen Kosten von nur 0,07 Prozent zu kombinieren.

Mit über 2300 Positionen deckt der ETF Large- und Mid Caps aus Industrie- und Schwellenländern ab. Die USA bleiben auch hier dominant, allerdings auf einem erträglicheren Niveau von rund 60 Prozent.

MSCI World ex USA – gezielt Klumpen reduzieren

Für Anleger, die bewusst das US-Übergewicht reduzieren wollen, haben wir den MSCI World ex USA untersucht. Hier werden US-Titel komplett ausgeschlossen.

Der Anteil Japans steigt auf knapp 20 Prozent, deutsche Titel wie SAP führen die Rangliste an. ETFs auf diesen Index, etwa von Xtrackers (ISIN: IE0006WW1TQ4), entwickelten sich in diesem Jahr sogar besser als der klassische MSCI World, da US-Tech zuletzt deutlich korrigierte.

Unser Fazit nach der InvestmentWeek-Analyse

Unsere umfassende Redaktionserhebung zeigt: Anleger haben heute eine deutlich breitere Auswahl als noch vor wenigen Jahren. Wer maximale Streuung anstrebt, fährt mit Produkten wie dem FTSE All-World oder dem MSCI ACWI IMI langfristig solider als mit dem MSCI World allein. Kostenbewusste Anleger erhalten mit dem Amundi Prime All Country World zudem eine der günstigsten globalen Lösungen am Markt.

Der MSCI World bleibt dennoch kein schlechtes Produkt – aber eben nur noch ein Teil der Wahrheit. Die Entscheidung hängt am Ende von der persönlichen Risikoneigung, den Anlagezielen und den langfristigen Präferenzen ab.

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss:
Die InvestmentWeek hat diese Analyse auf Basis öffentlich verfügbarer Daten und eigener Auswertungen erstellt. Dieser Beitrag stellt ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Investitionen in ETFs und Aktienmärkte unterliegen Schwankungen und Risiken bis hin zum Totalverlust. Anleger sollten vor Anlageentscheidungen stets individuelle Beratung in Anspruch nehmen.

Finanzen / Reichtum
[InvestmentWeek] · 19.06.2025 · 16:00 Uhr
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