Die Kontroverse um Jimmy Kimmel: Was die Zukunft des klassischen Fernsehens gefährdet
Die vorübergehende Suspendierung von Jimmy Kimmel und seine schnelle Rückkehr auf die Bildschirme haben eine erneute Debatte über die Zukunft des klassischen Fernsehens entfacht. Im Mittelpunkt steht der ABC-Kanal des Medienriesen Disney. Die Turbulenzen offenbaren die Verletzlichkeit linearer TV-Angebote, wie ein Vorfall mit einem der Hauptpartner, Sinclair, verdeutlicht. Während Sinclair bekannt gab, die Sendung nach einer kurzen Aussetzung wieder aufzunehmen, besteht Nexstar als weiterer großer Partner darauf, die Ausstrahlung zu verweigern. Interessanterweise folgt Nexstars Entscheidung unmittelbar der Ankündigung eines 6-Milliarden-Dollar-Deals zur Übernahme des Wettbewerbers Tegna, ein Geschäft, das noch der Genehmigung der Federal Communications Commission (FCC) bedarf. Laurence Carr, der Vorsitzende der FCC, mahnte Fernsehanstalten zu einer Reaktion an, unter Androhung regulatorischer Maßnahmen.
In der Zwischenzeit zeigt sich, dass ein tiefgreifender Wandel in den Sehgewohnheiten bevorsteht: Das klassische Fernsehen verliert stetig an Boden, da immer mehr Zuschauer auf Streaming-Dienste umsteigen. Rich Greenfield von Lightshed Partners sieht in der Entscheidung der Partner, Kimmels Sendung nicht auszustrahlen, eine Bestätigung dieser Entwicklung.
Hinsichtlich Disneys strategischer Ausrichtung ergibt sich die Frage, ob traditionelle TV-Kanäle wie ABC und ESPN noch zu den langfristigen Wachstumsplänen des Unternehmens passen. Während Disney weiter auf Streaming als Wachstumsmarkt setzt und kürzlich die Preise für Disney+ und Hulu erneut angehoben hat, überlegt sich das Unternehmen möglicherweise, die traditionellen Kanäle abstoßen. Dies könnte erhebliche Vorteile bringen, so die Einschätzung von Analysten, indem Disney sich von regulatorischen Verpflichtungen befreit und sich auf nicht-regulierte Kerngeschäfte fokussiert.

