Die Blase der Künstlichen Intelligenz: Eine Parallele zum Dotcom-Zeitalter?
Tom Siebel, CEO von C3.ai, wird bei seinen Besuchen unweigerlich mit einer drängenden Frage konfrontiert: Steht der KI-Sektor vor einer Blase? In einem exklusiven Gespräch mit dem Magazin Fortune in den Büros von C3.ai in New York, mietet Siebel kein Blatt vor den Mund. „Natürlich gibt es eine Blase; sie ist gewaltig“, erklärt er zutiefst überzeugt.
In den vergangenen zwei Jahren wurden die KI-Unternehmen, sowohl öffentliche als auch private, intensiv durch die Analystenbrille betrachtet. Ob diese speziellen Unternehmen ihre hochgesteckten Bewertungen tatsächlich rechtfertigen können, bleibt fraglich. Siebels Karriere, die er bei Oracle in Silicon Valley startete und später in einem letztlich milliardenschweren Unternehmensverkauf gipfelte, lässt ihn Parallelen zur Dotcom-Blase ziehen. Trotz des ISPs als einer vielversprechenden Technologie, sahen sich damals viele von einem jähen Absturz bedroht. Ganz ähnlich betrachtet Siebel die derzeitige Marktsituation im Bereich der generativen KI.
Ein Großteil der Technikanalysten, so auch Sandeep Rao von Leverage Shares, pflichtet bei, dass die Bewertungen in diesem Bereich derzeit überzogen erscheinen. Doch der Hype ist ungebrochen, was auch in der allgemeinen Aufregung um bemerkenswerte KI-Unternehmen mündet. C3.ai selbst ist spezialisiert auf Unternehmenslösungen im Bereich Künstliche Intelligenz, mit Anwendungen, die Geschäftsprozesse wie Lieferkettenoptimierung und vorausschauende Wartung optimieren.
Das Unternehmen kann auf bedeutende Regierungsverträge verweisen und zählt im privaten Sektor Schwergewichte wie Shell und Baker Hughes zu seinen Kunden. Jüngst wurde eine Partnerschaft mit Microsoft angekündigt, die noch vor ihrer öffentlichen Bekanntmachung im Gespräch mit Fortune Thema war.
Besonders kritisch äußerte sich Siebel zu OpenAI. Trotz seiner engen Verbindungen zu Microsoft und einer bemerkenswerten Bewertung von 157 Milliarden Dollar nach einer Finanzierungsrunde, bleibt Siebel skeptisch. „Niemand wäre überrascht, wenn dieses Unternehmen nächsten Montag verschwunden wäre“, bemerkt er ironisch, eine Anspielung auf vergangene Turbulenzen innerhalb von OpenAI.

