Diamantenmarkt: Ein Umbruch im Auktionssystem gefordert
Der Verkauf von Diamanten über Ausschreibungen und Auktionen steht derzeit in der Kritik. Laut Oded Mansori, Mitbegründer des belgischen Edelsteinhändlers HB Antwerp, ist dieser Prozess in seiner derzeitigen Form undurchsichtig und ineffizient. Dies äußerte er im Zuge der aktuellen Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist, angesichts eines anhaltenden Preisverfalls auf dem Rohdiamantenmarkt.
Die Nachfrage nach Diamanten hat weltweit aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten nachgelassen, zusätzlich gewinnt die Beliebtheit von im Labor gezüchteten Edelsteinen an Fahrt. Produzentenländer wie Botswana spüren die Konsequenzen in Form von sinkenden Einnahmen. Bergbauunternehmen wie Burgundy und die größte Diamantenmine Lesothos, Letseng, waren gezwungen, Arbeitskräfte abzubauen.
Mansori beschreibt das aktuelle Auktionssystem als ineffizient und vergleicht es mit einem "Casino". In einem solchen System gehen ungeschliffene Steine in im Wesentlichen undurchsichtige Märkte ein, bei denen der Wert spekulativ ist. Er schlägt vor, dass die Einnahmen der Produzenten langfristig an den polierten Wert der Steine geknüpft werden, anstatt sich auf undurchsichtige Auktionen zu verlassen.
HB Antwerp verfolgt ein profitorientiertes Partnerschaftsmodell mit Lucara Diamond Corp. Die Kooperation beinhaltet den Erwerb von Steinen ab 10,8 Karat aus der Karowe Mine in Botswana. Der Kaufpreis basiert dabei auf dem geschätzten polierten Wert jedes Diamanten. Dieses Modell hat dazu beigetragen, dass HB Antwerp 72% von Lucaras Diamanteneinnahmen in den ersten sechs Monaten des Jahres ausmachte.
Mansori ist überzeugt, dass Produzenten bis zu 40% mehr Einnahmen erzielen könnten, wenn sie diesen alternativen Verkaufsweg wählen.

