Deutschlands Games-Branche: Auf Wachstumskurs und mit Herausforderungen
Die deutsche Computerspiele-Industrie erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung. Aktuellen Erkenntnissen des Branchenverbands Game zufolge hat sich die Zahl der in Deutschland aktiven Spieleunternehmen zwischen 2018 und 2024 nahezu verdoppelt. Lag die Zahl der Unternehmen 2018 noch bei 524, ist sie 2024 auf beeindruckende 948 angestiegen – ein Wachstum von 81 Prozent. Begleitet wird diese Entwicklung von einem Umsatzplus von 22 Prozent, was einem Jahresumsatz von 3,73 Milliarden Euro entspricht. Auch die Beschäftigtenzahl kletterte um 20 Prozent auf insgesamt 14.800 Mitarbeiter.
Besondere Impulse gehen von kleineren Studios aus. Ein Beispiel ist Neoludic aus Köln, das 2021 gegründet wurde und sich mit dem preisgekrönten Spiel "Tiny Bookshop" einen Namen gemacht hat. Doch auch größere Unternehmen prägen die Branche: Ubisoft verbucht mit dem Strategiespiel "Anno 1800" und dessen Erweiterung "Anno 117" Erfolge, während Keen Games aus Frankfurt mit dem Spiel "Enshrouded" auf sich aufmerksam macht.
Trotz positiven Entwicklungen bleibt der deutsche Marktanteil im internationalen Vergleich gering. Lediglich 5,5 Prozent der in Deutschland verkauften Spiele sind deutscher Herkunft, was jedoch eine Verbesserung gegenüber früheren Zahlen darstellt. Global führen Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien den Markt an, mit aufstrebenden Playern wie China und Südkorea im Rücken.
Die Vision, Deutschland zu einem bedeutenden Standort der Games-Branche zu machen, unterstreicht Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU). Sie verweist auf das Innovationspotenzial der Industrie und betont den Mehrwert staatlicher Förderprogramme. Auch steuerliche Erleichterungen für Spieleentwickler stehen im Fokus, um die Wertschöpfung in diesem Sektor weiter zu steigern.

