Deutschland erreicht Meilenstein in der Solarstromproduktion: Über fünf Millionen Anlagen am Netz
In Deutschland hat die Stromerzeugung aus Photovoltaik einen eindrucksvollen Entwicklungssprung gemacht: Laut der Bundesnetzagentur sind mittlerweile mehr als fünf Millionen Solaranlagen registriert. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) würdigt diese Zahl als 'Meilenstein der Energiewende' und unterstreicht die Popularität dieser Energieform unter den Bürgern. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig betont die Akzeptanz der Solartechnologie in der Bevölkerung.
Aktuell beläuft sich die installierte Solarstromleistung auf beachtliche 104 Gigawatt, wobei 38 Prozent dieser Kapazität auf privaten Haushaltsdächern installiert sind. Firmengebäude tragen mit 29 Prozent bei, während Freiflächenanlagen 32 Prozent ausmachen. Balkonanlagen, trotz ihrer kleinen Größe, werden zunehmend beliebt und ergänzen das Portfolio. Im Jahr 2023 kam allein 17 Gigawatt neu hinzu, was der Leistung von etwa 104 großen Kohlekraftwerken entspricht, unabhängig von äußeren Bedingungen wie Wetter und Tageszeit.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das vor 25 Jahren eingeführt wurde, wird als Schlüssel zum Durchbruch der Solarenergie angesehen. Körnig beschreibt es als wichtige 'Initialzündung', die Solarenergie von einer Nischentechnologie zu einer der wirtschaftlichsten Stromerzeugungsoptionen gemacht hat. Es habe Konsumenten in die Lage versetzt, als Prosumer aktiv an der Energieerzeugung teilzunehmen.
Die große Mehrheit der Solaranlagen befindet sich auf baulichen Strukturen wie Dächern und Fassaden, die zusammen über 71 Gigawatt Leistung beisteuern. Balkonkraftwerke sind den Freiflächenanlagen zahlenmäßig weit überlegen, erreichen jedoch nur eine bescheidene Gesamtkapazität von 0,8 Gigawatt.
Besonders die kostengünstigen und leicht zu installierenden Balkonkraftwerke erleben derzeit einen Aufschwung. Im ersten Quartal 2024 sind bereits 81.000 neue solcher Anlagen gemeldet worden, obwohl es noch nicht der ideale Betriebszeitraum ist. Experten erwarten in den kommenden Monaten weitere Nachmeldungen, was auf ein florierendes Interesse an dieser flexiblen Energiequelle hindeutet. Körnig prognostiziert, dass diese Entwicklung sich im Sommer fortsetzen wird, was zu einer Million registrierter Balkonanlagen führen könnte. Er verweist auf günstige Rahmenbedingungen und betont das enorme Potenzial, das noch zahlreiche Mehrfamilienhäuser bietet.

