Deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs: IfW sieht Aufwind trotz Herausforderungen
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) prognostiziert in seiner kürzlich veröffentlichten Sommerprognose einen vielversprechenden Aufwind für die deutsche Wirtschaft. Im kommenden Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 Prozent wachsen, was den Erwartungen zufolge eine leichte Verbesserung im Vergleich zur Frühjahrsprognose darstellt.
Für das laufende Jahr wurde die Wachstumsprognose von 0,0 auf 0,3 Prozent angehoben, was auf eine positive Entwicklung hindeutet. Besonders bemerkenswert ist der jüngste Lichtblick in der Industrie. Nach einer längeren Krise scheint die Talsohle erreicht zu sein, so Stefan Kooths, der Konjunkturchef des IfW.
Die positive Trendwende wird hauptsächlich durch die sich belebende Binnenwirtschaft getragen. Insbesondere der private Konsum sowie steigende Unternehmensinvestitionen beflügeln die aktuellen wirtschaftlichen Aussichten. Die wirtschaftliche Dynamik bleibt dennoch gedämpft, doch das IfW ist zuversichtlich, dass die neuen finanziellen Möglichkeiten der Bundesregierung ab dem kommenden Jahr spürbar positive Effekte haben werden.
Gleichzeitig bleiben die handelspolitischen Risiken nach Einschätzung des IfW-Präsidenten Moritz Schularick problematisch. Die schwankende Zollpolitik der USA trägt zur anhaltenden Unsicherheit im deutschen Außenhandel bei und belastet die Exporte, die 2023 um 0,4 Prozent sinken sollen. Besserungen seien jedoch 2024 zu erwarten, mit einem prognostizierten Plus von 1,2 Prozent.
Der private Konsum dürfte in beiden Jahren um etwa ein Prozent zulegen. Erfreulich entwickeln sich die Bauinvestitionen: Für das laufende Jahr erwartet das IfW ein Wachstum von einem Prozent, mit einer noch stärkeren Zunahme von drei Prozent im Jahr 2026. Die bessere Konjunkturlage wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus.
Die Arbeitslosenquote könnte zwar in diesem Jahr auf 6,3 Prozent steigen, soll sich bis 2026 aber wieder auf 6,1 Prozent erholen. Zudem ist mit einem Rückgang der Inflationsrate im kommenden Jahr auf 1,6 Prozent zu rechnen.

