Investmentweek

Deutsche Rüstungskonzerne im Schatten der Giganten

20. April 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Lockheed, RTX, Northrop – das globale Geschäft mit dem Krieg liegt fest in US-Hand. Während Rheinmetall, RENK und Hensoldt in Berlin für Schlagzeilen sorgen, spielen sie international kaum eine Rolle.

Amerikanische Dominanz auf dem Weltmarkt

60,8 Milliarden US-Dollar. So viel verdiente Lockheed Martin im Jahr 2023 mit Waffen und militärischer Technik – und sicherte sich damit zum wiederholten Mal den Platz an der Spitze des globalen Rüstungsrankings.

Auf den Rängen zwei und drei folgen mit RTX und Northrop Grumman zwei weitere US-Konzerne, die gemeinsam mit Lockheed den Löwenanteil der globalen Rüstungsaufträge abwickeln.

Insgesamt befinden sich unter den zehn größten Waffenherstellern der Welt sieben Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten.

Ihre Produkte reichen von Tarnkappenbombern über Drohnensysteme bis hin zu Hightech-Abwehrsystemen wie Patriot oder THAAD – Systeme, die in nahezu jedem größeren Konflikt der Gegenwart eine Rolle spielen.

Deutschland: viel Lärm, wenig Volumen

In der innenpolitischen Debatte gelten Namen wie Rheinmetall, Hensoldt oder RENK inzwischen als Schwergewichte – nicht zuletzt wegen der militärischen Unterstützung der Ukraine und steigender Verteidigungsbudgets.

Doch ein Blick auf das SIPRI-Ranking entlarvt die Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und realem Marktgewicht.

Rheinmetall, der größte deutsche Rüstungskonzern, erreichte 2023 einen Umsatz von 5,5 Milliarden US-Dollar im militärischen Sektor. Damit landet das Unternehmen im internationalen Vergleich nur auf Rang 26. RENK und Hensoldt tauchen in den Top 30 gar nicht erst auf. Zum Vergleich: Lockheed Martins militärischer Umsatz ist mehr als zehnmal so hoch.

China baut auf – im Stillen

Auffällig ist: Neben den USA gewinnen auch chinesische Konzerne an Bedeutung. Firmen wie AVIC (Aviation Industry Corporation of China) und NORINCO (China North Industries Group) rangieren bereits unter den Top 10. Ihre Umsätze werden auf jeweils über 20 Milliarden US-Dollar geschätzt – auch wenn die Datenlage aufgrund der Intransparenz chinesischer Staatskonzerne dünner ist.

Diese Entwicklung zeigt: Der globale Rüstungsmarkt ist nicht nur durch Größe, sondern auch durch strategischen Einfluss geprägt. Während europäische Konzerne in komplexe Zulieferketten und Konsortien eingebunden sind, agieren US- und chinesische Unternehmen vielfach als Komplettanbieter – mit Rückendeckung ihrer Regierungen.

Warum Europas Konzerne zurückfallen

Ein wesentlicher Grund für das schwache Abschneiden europäischer – insbesondere deutscher – Hersteller liegt im fragmentierten Verteidigungsmarkt der EU. Während US-Konzerne auf verlässliche Großaufträge aus Washington zählen können, konkurrieren in Europa zahlreiche mittelgroße Anbieter um einzelne Beschaffungsprogramme, die zudem oft politisch zäh verhandelt werden.

Hinzu kommt: Viele deutsche Rüstungskonzerne erwirtschaften nur einen Teil ihres Umsatzes im militärischen Bereich. Bei Hensoldt etwa sind es knapp zwei Drittel, bei anderen sogar weniger. Das drückt sie im SIPRI-Ranking nach hinten, das ausschließlich militärische Umsätze erfasst.

Politische Aufwertung statt globaler Aufstieg

Dass Unternehmen wie Rheinmetall oder Hensoldt in den letzten Monaten stark an der Börse performt haben, liegt daher weniger an einem realen Machtzuwachs auf dem Weltmarkt, sondern an politischen Rahmenbedingungen. Die Erhöhung des Sondervermögens der Bundeswehr, der Krieg in der Ukraine und neue Nato-Zielvorgaben befeuern die Aktienkurse – nicht aber automatisch den globalen Einfluss.

Rheinmetall etwa ist stark abhängig vom deutschen Staat und ausgewählten europäischen Märkten. Von globaler Aufstellung im Stil von Lockheed oder RTX kann keine Rede sein. Auch ein größerer Einstieg in den US-Markt bleibt herausfordernd – dort ist das Feld längst verteilt.

Europas Konzerne reden mit – dominieren aber nicht

Das Geschäft mit dem Krieg ist global – und hochkonzentriert. Die wahren Schwergewichte sitzen in den USA und zunehmend auch in China. Europa, und insbesondere Deutschland, spielt eine Nebenrolle: politisch bedeutsam, wirtschaftlich relevant – aber nicht marktführend.

Wer die Machtzentren der globalen Waffenindustrie sucht, findet sie nicht in Düsseldorf oder Taufkirchen, sondern in Bethesda, Virginia oder Peking. Rheinmetall & Co. mögen in Berlin gefragt sein – international bleiben sie Statisten im Spiel der Großen.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 20.04.2025 · 12:00 Uhr
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