Deutlicher Rückgang der Asylanträge: Bundesregierung veröffentlicht neue Ausreisezahlen
Die jüngsten Zahlen der Bundesregierung offenbaren bemerkenswerte Tendenzen in der Migrationslandschaft Deutschlands. Während die Gesamtzahl der Asylsuchenden im vergangenen Jahr gegenüber 2024 signifikant gesunken ist, bleibt die Zahl freiwilliger Ausreisen nahezu konstant. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2025 verließen 30.406 Menschen mithilfe eines von der Ausländerbehörde ausgestellten und von der Bundespolizei bestätigten Grenzübertrittsbescheids das Land. Dies steht im Vergleich zu 33.419 Ausreisen im gesamten Jahr 2024. Bemerkenswert ist, dass die ausgereisten Personen nicht nur abgelehnte Asylbewerber umfassen, sondern auch andere ohne gültige Aufenthaltstitel, wobei die Mehrheit aus der Türkei, Syrien, Albanien und Russland stammt.
Mit einem starken Rückgang von 51 Prozent ist die Zahl der Asylneuanträge auf 113.236 im Vergleich zum Vorjahr mit 229.751 Anträgen drastisch gesunken. Der Bund sowie die Länder unterstützen finanziell mindestens 16.545 freiwillige Ausreisen bis Ende November, jedoch ist die tatsächliche Zahl vermutlich höher, da die Speicherung dieser Daten im Ausländerzentralregister verzögert erfolgt. Syrer führen mit 3.707 geförderten Ausreisen die Liste an, gefolgt von der Türkei mit 3.589 und Russland mit 1.761 Personen.
Die Debatte um Abschiebungen bleibt hingegen unverändert brisant. Clara Bünger, fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, kritisiert die Fokussierung der Bundesregierung auf Abschiebungen scharf. Besonders umstritten war die Zwangsrückführung eines Straftäters per Linienflug nach Syrien, zumal Rückführungen in das Land zuvor jahrelang ausgesetzt waren. Die Linke zeigt sich besorgt über die "immer brutaleren und skrupelloseren" Vollzüge von Abschiebungen und fordert eine ungefilterte, rationale Debatte über Migration.

