Der unsichtbare Milliardär: Wie Daniel Klein mit SumUp ein Fintech-Imperium aufbaute
Vor wenigen Tagen wurde das „Phantom“ in London gesichtet – ein seltener Auftritt. Jeans, weißes Hemd, Undercut. Eingeladen hatte Goldman Sachs, die mit dem Event ein Signal an die Finanzwelt sendete: SumUp steht vor dem nächsten großen Schritt. Neben Klein saß Anthony Gutman, Co-Chef des internationalen Investmentbankings der US-Großbank – ein Auftritt, der kaum mehr Rückendeckung bedeuten könnte.
Klein sprach ruhig, mit gefalteten Händen, über Margen, Skalierung, Expansion – und das, was SumUp laut Insidern längst ist: ein „profitables Powerhouse“. Viele im Raum sahen ihn da zum ersten Mal. „Wer ist Daniel Klein?“, fragte später ein Branchenkenner, der seit Jahren in Europas Fintech-Szene unterwegs ist. Eine berechtigte Frage – immerhin hat Klein das geschaffen, wovon viele träumen: Ein globales Payment-Unternehmen, das heute mehr Kartenzahlungen in Europa abwickelt als fast jeder Konkurrent außer Adyen.
Doch während Adyen an der Börse ist und Klarna um Aufmerksamkeit kämpft, bleibt SumUp ein Rätsel. Klein meidet Medien, Interviews und Selbstdarstellung. Wer mit ihm spricht, beschreibt ihn als kontrolliert, analytisch – und besessen von Effizienz. Intern soll er als kompromissloser Stratege gelten, der lieber Zahlen sprechen lässt als PR-Texte.
Der geplante Börsengang könnte das ändern. Mit Goldman Sachs, BlackRock und Bain Capital im Rücken bereitet sich SumUp auf den Schritt vor, der das Unternehmen endgültig ins Rampenlicht katapultieren wird. Ob Daniel Klein dann im Verborgenen bleibt – oder erstmals ins grelle Licht der Finanzöffentlichkeit tritt – ist noch offen.
Eines aber ist sicher: Das Phantom verlässt langsam den Schatten.


