Der heiße Tanz um die Zinsen: Trumps Kampf um die Kontrolle der Federal Reserve
Die Federal Reserve steht vor einer entscheidenden Sitzung, bei der über eine Senkung des Leitzinses entschieden werden soll. Derzeit herrscht jedoch Unklarheit über die Zusammensetzung des wettbewerbsfähigen Ausschusses. Besonders im Fokus steht die Debatte um die Rückkehr von Fed-Gouverneurin Lisa Cook, die von Präsident Donald Trump aufgrund von Hypothekenbetrugsvorwürfen entlassen wurde. Ein jüngstes Gerichtsurteil gab Cook jedoch recht, was ihre vorläufige Weiterbeschäftigung sichert, während das rechtliche Geplänkel weitergeht. Trumps Administration hat bereits Berufung eingelegt, womit die Dynamik sich weiter aufheizt.
Nicht weniger spannend ist die Besetzung eines unbesetzten Gouverneurspostens im Fed-Vorstand. Adriana Kugler trat kürzlich zurück, und Präsident Trump nominierte Stephen Miran als Ersatz. Eine Abstimmung im Senat könnte schon bald Klarheit bringen, ob Miran bereit ist, an den kommenden Sitzungen teilzunehmen. Der Ausgang dieser Nominierung könnte auch auf den Einfluss Trumps und mögliche Präzedenzfälle in Sachen Zentralbankunabhängigkeit hinweisen.
Die derzeitige politische Intervention in die Federal Reserve stieß auf Missfallen unter Ökonomen, die die Unabhängigkeit der Institution betonen. Mächte wie die Türkei, die eine weniger unabhängige Zentralbank besitzen, haben in der Vergangenheit mit hoher Inflation zu kämpfen gehabt.
Laute Rufe nach einer Zinsreduktion um einen viertel Prozentpunkt liegen bereits auf dem Tisch, obwohl Trump wesentlich tiefgreifendere Kürzungen verlangt hat. Dennoch bleibt die zentrale Frage, wer letztlich die Oberhand im Komitee haben wird, um die Politik der Zinsentscheidungen zu prägen. Ob die Federal Reserve nun wirklich den politischen Druck Trump’s nachgibt, bleibt abzuwarten. Die inneren Spannungen versprechen, die anstehenden Entscheidungen in ein potenzielles Spannungsfeld zu rücken, in dem jede einzelne Stimme an Bedeutung gewinnt.

