Demokraten unter Beschuss: Druck auf FCC-Chef Carr wächst
Der Druck auf Brendan Carr, Vorsitzender der US-amerikanischen Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC), nimmt durch demokratische Gesetzgeber spürbar zu. Carr hatte erfolgreich darauf hingewirkt, dass der Fernsehsender ABC, eine Tochtergesellschaft von Walt Disney, die Ausstrahlung der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel vorerst einstellte.
Senatsführer der Demokraten, Chuck Schumer, warf Carr bei einer Pressekonferenz vor, Unternehmen zur Zensur von Inhalten zu drängen, die Präsident Donald Trump missfallen. Die Demokraten fordern Carrs Rücktritt und planen eine Untersuchung seiner Amtsführung bei der FCC. Schumer bezeichnete Carr als eine der größten Bedrohungen der Redefreiheit in den USA und forderte auch die Republikaner dazu auf, seine Entlassung zu unterstützen.
Die Entscheidung von ABC, die Show abzusetzen, folgte auf Bemerkungen Kimmels über den Tod des konservativen Aktivisten Charlie Kirk und auf Carrs Kritik an Kimmel in einem Podcast. Carr wies jedoch jeglichen Einfluss auf Disneys Entscheidung zurück und deutete an, dass weitere Schritte folgen könnten.
Inmitten dieser Ereignisse kündigte Nexstar Media Group an, einen geplanten Zusammenschluss mit Tegna im Wert von 6,2 Milliarden US-Dollar vorübergehend zu pausieren. Diese Entwicklung reiht sich ein in eine Serie von Entscheidungen, die mit der Agenda der Trump-Administration im Einklang stehen. Bereits im Juli beendete CBS die Show von Stephen Colbert und verwies auf damit verbundene Kosten, während der Hauptkonzern, Paramount Global, die Genehmigung für eine Übernahme durch Skydance Media erhielt.
Carr hat zudem in diesem Jahr formale Prüfungsverfahren gegen die großen US-Fernsehnnetzwerke ABC, CBS und NBC eröffnet. Dabei kritisierte er deren Diversity-Politiken und deutete an, dass einige von ihnen ihre Lizenzen verlieren könnten.
Präsident Trump hat derweil angedeutet, dass Netzwerke, die negativ über ihn berichten, mit einem Lizenzentzug zu rechnen haben. In einem Brief an Carr drängen Schumer und Senator Ed Markey darauf, die Medienunternehmen nicht länger zu zensieren. Die Lage im Mediensektor bleibt angespannt.

