DeepSeek verschiebt Modellstart nach Problemen mit Huaweis KI-Chips
Der chinesische KI-Entwickler DeepSeek hat die Einführung seines neuen Modells R2 verschoben, nachdem Trainingsläufe mit Huaweis Ascend-Prozessoren scheiterten. Das Start-up, das im Januar das Modell R1 veröffentlicht hatte, war auf Druck der Behörden von Nvidias Systemen auf Huawei-Hardware umgestiegen – mit dem Ziel, die Abhängigkeit von US-Technologie zu verringern.
Während Huawei-Chips für die Inferenz weiterhin genutzt werden sollen, griff DeepSeek beim Training schließlich wieder auf Nvidia zurück. Interne Quellen berichten von Stabilitätsproblemen, langsamerer Inter-Chip-Kommunikation und schwächerer Softwareunterstützung bei den Ascend-Prozessoren. Selbst ein vor Ort entsandtes Huawei-Ingenieursteam konnte keine fehlerfreie Trainingsserie realisieren.
Die Verzögerung kostete das Unternehmen wertvolle Zeit im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Alibaba, dessen Modell Qwen3 wesentliche DeepSeek-Konzepte – etwa das Reasoning-fähige Trainingsverfahren – übernommen und optimiert hat. Neben technischen Hürden verlängerte sich auch die Datenannotation für R2, was den Marktstart zusätzlich bremste.
Gründer Liang Wenfeng zeigte sich unzufrieden mit dem Fortschritt und drängt intern auf eine ausgereiftere Version, um DeepSeeks Position im KI-Sektor zu sichern. Nach Angaben aus chinesischen Medien könnte R2 dennoch in den kommenden Wochen erscheinen.
Der Fall verdeutlicht die strategische Lücke zwischen Pekings Ziel technologischer Eigenständigkeit und der aktuellen Leistungsfähigkeit heimischer Chips. Nvidia bleibt trotz Exportbeschränkungen durch die US-Regierung die Referenz für anspruchsvolle KI-Trainingsprozesse – und sichert sich durch neue Verkaufsabsprachen den Zugang zum chinesischen Markt.


