Dax zeigt Resilienz: US-Arbeitsmarktbericht bringt nur leichte Entspannung

Der Dax hat sich nach einem durchwachsenen Wochenbeginn am Mittwoch nur teilweise erholt, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht ein starkes Wirtschaftssignal sandte. Diese neuen Daten verliehen dem deutschen Leitindex einen Schub, der jedoch nicht ausreichte, um die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zu überspringen. Letztlich gab der Dax um 0,2 Prozent auf 24.932 Zähler nach, deutlich entfernt von seinem bisherigen Rekordhoch aus Januar. Der EuroStoxx bewies mehr Lebensgeist und kletterte knapp ins Plus, nachdem er am Vortag einen neuen Höchststand erreicht hatte. Hingegen musste der MDax einen Rückschlag hinnehmen und fiel um 0,64 Prozent auf 31.757 Zähler. Der robuste Anstieg neuer Arbeitsplätze außerhalb der US-Landwirtschaft im Januar entfachte einerseits Optimismus, doch beschränkt dies den Handlungsspielraum der Fed für mögliche Zinssenkungen, so Experte Ralf Umlauf von der Helaba.
Innerhalb Deutschlands sorgten Unternehmensberichte für neue Impulse. Die Commerzbank aus dem Dax enttäuschte mit ihrer Gewinnprognose für 2026. Diese erfüllte nicht die hohen Erwartungen, was einen Kursverlust von 3,7 Prozent zur Folge hatte. Ähnlich negativ erwischte es die Deutsche Telekom nach den Zahlen ihrer Tochter T-Mobile US. Während der Umsatz leicht über den Erwartungen lag, fiel das Ergebnis je Aktie enttäuschend aus, was zu einem Rückgang von 2,7 Prozent führte. Profiteur des Tages waren die Immobilienwerte, vor allem Vonovia, die auf ein Hoch kletterten. Auch Siemens Energy glänzte, nachdem solide Zahlen präsentiert wurden.
Sorgen bereitete hingegen der drohende Einfluss künstlicher Intelligenz auf Geschäftsmodelle, unter anderem bei SAP, Scout24 und Zalando. Diese Unsicherheiten spiegeln sich in deutlichen Kursverlusten wider. Zudem standen Online-Broker wie Flatexdegiro unter erheblichem Druck. Neben defensiven Werten wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt gerieten auch TKMS ins Schleudern, trotz angehobener Umsatzprognosen. Besonders strapaziert war Gerresheimer, deren Aktien um 30 Prozent einbrachen, aufgrund eines verschobenen Geschäftsberichts und einer enttäuschenden Jahresprognose.
Im Gegensatz dazu erlebte Schott Pharma einen fulminanten Kursanstieg, während Verbio im SDax eine bemerkenswerte Wertsteigerung erzielte. Die Stahlbranche erlebte eine Renaissance, angetrieben von optimistischen Kaufempfehlungen für ArcelorMittal, was sich deutlich positiv auf den Kurs von Salzgitter auswirkte. Analyst Cole Hathorn von Jefferies hob die Erwartungen an die künftigen Gewinne der europäischen Stahlindustrie hervor.

