Dax unter Druck: Handelskonflikt und durchwachsene US-Berichte belasten Markt
Die erneut aufgeflammten Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China setzen dem Dax abermals zu. Nachdem der deutsche Leitindex am vergangenen Donnerstag ein Rekordhoch erreichte, herrscht nun Vorsicht unter den Anlegern. Der schwache Börsenauftakt in den USA trägt zusätzlich zur angespannten Marktstimmung bei, ebenso wie die durchwachsen angelaufene Berichtssaison der US-Großbanken.
Bis zum Nachmittag verlor der Dax 1,3 Prozent und fiel auf 24.080 Punkte zurück. Dies geschieht, während die 24.000-Punkte-Marke ins Visier der Investoren gerät. Auch der MDax notierte schwächer und rutschte um 1,8 Prozent auf 29.911 Punkte, wobei die 30.000-Punkte-Marke überschritten wurde.
Der seit Freitag wieder aufgeflammte Handelsstreit war zuletzt von versöhnlichen Tönen aus den USA begleitet, doch China bekräftigte sein Ziel, den Konflikt notfalls bis zum Ende auszufechten. Hafenabgaben auf Frachtschiffe beider Parteien sind in Kraft getreten, was zusätzliche Unsicherheit bringt.
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets beobachtet das Marktgeschehen angespannt: "Unter der 24.000er-Marke wird sich entscheiden, ob die Bullen noch genügend Kraft finden oder die Verkäufer das Ruder übernehmen."
Trotz ansprechender Gewinne der US-Banken JPMorgan, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup bleibt die Unterstützung am Markt aus. Vor allem JPMorgan überraschte mit besser als erwarteten Gewinnen, enttäuschte jedoch bei den Nettozinserträgen. Auch Goldman Sachs sah sich vorbörslichen Gewinnmitnahmen gegenüber. Deutsche Bank und Commerzbank notierten im Einklang mit dem Markt um über ein Prozent niedriger.
Die Aktien von Continental gerieten mit einem Minus von 4,1 Prozent unter Druck, bedingt durch eine unerwartet starke Gewinnwarnung von Michelin. Analyst Jose Asumendi sieht geringe Auswirkungen auf Continental, erwartet jedoch, dass Preismix-Trends aufmerksam überwacht werden. BASF-Aktien verloren 2,4 Prozent, belastet durch eine Herabstufung auf "Sell" durch die Privatbank Berenberg aufgrund ungünstiger konjunktureller Rahmenbedingungen.
Im Gegensatz zum Trend legten Fresenius um 1,1 Prozent zu, positiv kommentiert von Morgan Stanley und JPMorgan. An der Dax-Spitze standen Zalando mit einem Plus von über drei Prozent, gestützt durch positive Analystenkommentare der Deutschen Bank zu den bevorstehenden Quartalszahlen.
Im SDax wird Medios ab dem 15. Oktober Ceconomy ersetzen, was dem Pharmaunternehmen allerdings keinen Aufschwung verlieh; auch dieser Titel fiel um 1,7 Prozent.

