Dax unter Druck: Automobilwerte belasten, während Rüstungs- und Chiphersteller profitieren
Der deutsche Leitindex Dax setzte seine moderate Abwärtsspirale zu Beginn der Woche in beschleunigter Form fort und verzeichnete am frühen Nachmittag Einbußen von 0,6 Prozent, wodurch er bei 23.510 Punkten lag. Im Gegensatz dazu zeigte sich der MDax, der mittelgroße Unternehmen umfasst, nach anfänglichen Verlusten leicht erholt und stieg zuletzt um 0,2 Prozent auf 30.248 Zähler. Auch der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, gab um 0,3 Prozent nach.
Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets kommentierte die Situation als unaufhörlichen September-Blues des Dax, während die US-amerikanischen Börsen im Nachgang der ersten Zinssenkung des Jahres von einem Rekordhoch zum nächsten eilen. In den USA schöpfen Investoren Hoffnung durch die geringste Zahl an Gewinnwarnungen seit einem Jahr, während in Deutschland die Angst vor enttäuschenden Überraschungen überwiegt. Der Dax bleibt weiterhin in einer Handelsspanne gefangen, die ihn schon seit gut drei Wochen beschäftigt, erklärte Stanzl.
Besonders im Automobilsektor gab es negative Entwicklungen, ausgelöst durch Gewinnwarnungen des Volkswagen-Konzerns sowie seiner Sportwagen-Tochter Porsche AG. Die Aktien der Konzernholding Porsche SE verzeichneten als schwächster Wert im Dax einen Rückgang von 8,7 Prozent, während die VW-Vorzugsaktien um 7,8 Prozent sanken. Auch die Porsche AG, nun im MDax statt im Dax gelistet, fiel um 7,3 Prozent. Ebenso verloren Mercedes-Benz und BMW um 2,2 beziehungsweise 2,1 Prozent an Wert.
Auf der anderen Seite waren Rüstungswerte wieder gefragt. Nach dem Eindringen russischer Kampfjets in den estnischen Luftraum trat der UN-Sicherheitsrat zusammen, während auch die NATO-Länder Gesprächsbedarf signalisierten. Rheinmetall-Aktien legten um 0,3 Prozent zu, während Hensoldt und Renk aus dem MDax beachtliche Gewinne von 4,9 beziehungsweise 5,0 Prozent erzielten.
Chipausrüster-Aktien waren ebenfalls im Aufwind, nachdem die US-Bank Morgan Stanley ASML heraufgestuft hatte. Aixtron, PVA Tepla und Suss Microtec verzeichneten hierbei Kursgewinne von bis zu 3,4 Prozent.
Der Aufstieg von Scout24 und Gea in den Dax sorgte für Kurszuwächse von 2,5 beziehungsweise 2,9 Prozent, da sie die Porsche AG und Sartorius im Index ersetzten. Dagegen fielen die Aktien der DHL Group auf den niedrigsten Stand seit Mai, was einem Rückgang von 1,3 Prozent entsprach, nachdem die Bank of America ihre Bewertung auf 'Underperform' gesenkt und das Kursziel auf 35 Euro herabgesetzt hatte.

