Dax auf Talfahrt – Turbulenzen an den Edelmetallmärkten verunsichern Anleger
Der Deutsche Aktienindex, Dax, steht vor einer Fortsetzung seines jüngsten Abwärtstrends. Im Spannungsfeld massiver Kursverluste auf den Edelmetallmärkten deutet der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Minus von einem Prozent auf 24.304 Punkte an. Damit wäre die Erholung vom Ende der vergangenen Woche bereits wieder verpufft.
Das zunehmend fragile Marktumfeld beruht auf einer starken Korrektur der zuvor anhaltenden Edelmetall-Rally seit Freitag. Laut Nick Twidale, Chefanalyst von AT Global Markets, scheint das Anlegervertrauen nicht nur bei Gold, sondern am gesamten Markt rapide zu sinken. Dies zeigt sich auch in den anhaltenden Preisrückgängen von Gold und Silber.
Ein wesentlicher Faktor für den jüngsten Einbruch ist die Nominierung von Kevin Warsh, einem früheren Gouverneur der Fed, als potenzieller Nachfolger von Jerome Powell als Vorsitzender der US-Notenbank durch Präsident Donald Trump. Diese überraschende Besetzung hat Zweifel an einer möglichen Lockerung der Geldpolitik geweckt und die Anleger in Aufruhr versetzt. Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank, erläuterte, dass die Erwartung einer weiteren Powell-nahen Politik der zügigen Zinssenkungen enttäuscht wurde, was zur Flucht ins Bargeld als sicherer Hafen führte.
Zusätzlich sorgen geopolitische Spannungen für Verunsicherung. So warnte Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, vor einer regionalen Eskalation im Falle eines US-Angriffs, auch wenn der Iran selbst keinen Krieg wolle. Diese Ängste, gepaart mit den enttäuschenden Marktentwicklungen im Januar, tragen zur negativen Stimmung im Februar bei, wie Christian Henke von IG beobachtete.
Einzelwerte leiden unter den widrigen Bedingungen an den Weltmärkten. Besonders betroffen ist der Technologiemarkt in Seoul, was sich auf den Kurs des deutschen Chipherstellers Infineon auswirkt, dessen Aktien auf Tradegate deutlich unter dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag handelten. Auch die Papiere der Kupferhütte Aurubis erlitten Einbußen aufgrund der Rohstoffmarktverluste. Dennoch gab es auch Lichtblicke: Aktien des Softwareherstellers Nemetschek legten auf Tradegate um drei Prozent zu, bedingt durch einen positiven Analystenkommentar der Bank of America.

