Chinas robuste Wirtschaft im zweiten Quartal: Zeichen der Widerstandsfähigkeit trotz geopolitischer Spannungen
Die chinesische Wirtschaft zeigt sich im zweiten Quartal des Jahres trotz der anhaltenden Handelskonflikte mit den USA widerstandsfähig und verzeichnet ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit bleibt das Plus knapp hinter dem Zuwachs von 5,4 Prozent im ersten Quartal, was zu einem durchschnittlichen Halbjahreswachstum von 5,3 Prozent führt. Pekings Ziel für das Gesamtjahr liegt bei einem Wachstum von rund fünf Prozent, welches im bisherigen Jahresverlauf vielversprechend angelaufen ist.
Experten erkennen darin ein Zeichen der Stabilität der chinesischen Volkswirtschaft, zumindest in der kurzfristigen Perspektive. Händler reagieren auf das gegenwärtige Zeitfenster, um Exporte zu beschleunigen, was das derzeitige Wachstum stützt. Konsumeffekte, die durch staatliche Anreize beflügelt werden, tragen ebenfalls zur positiven Entwicklung bei. Doch Alex Hongcai Xu, ein Pekinger Ökonom, warnt, die Dynamik könne nicht aufrechterhalten werden, weshalb die zweite Jahreshälfte herausfordernder sein dürfte.
Der Ausweg aus strukturellen Schwierigkeiten bleibt unklar. Insbesondere die Immobilienkrise belastet kommunale Haushalte weiterhin, während Deflationsrisiken und eine schleppende Besserung der Kauflaune die Binnenmarktpotentiale ausbremsen. Sheng Laiyun, Vize-Direktor des Statistikamts, sieht jedoch insgesamt eine Stabilität, die das Fundament für das gesamte Jahr sichert.
Die chinesische Regierung sieht sich aufgrund der Preisschlachten in entscheidenden Branchen wie E-Autos und Solartechnik dazu veranlasst, den "ungeordneten" Wettbewerb zu zügeln. Xi Jinpings Interventionen werden jedoch teils kritisch als Ursache einer mit Subventionen übersättigten Angebotslage betrachtet, die Druck auf die Margen und künftige Investitionen ausübt.
Für deutsche Unternehmen in China ist das moderate Wachstum, trotz der bestehenden geopolitischen Spannungen, grundsätzlich positiv zu bewerten. Maximilian Butek, von der Deutschen Handelskammer in Ostchina, unterstreicht die Notwendigkeit stabiler Lieferketten und reduzierter Handelsbarrieren. Die sich intensivierende Konkurrenz auf dem globalen Markt, analysiert vom Prognos-Institut, sieht chinesische Firmen zunehmend wettbewerbsstark. Während deutsche Unternehmen in wenigen Sektoren wie Auto und Medizintechnik noch führend sind, weist China in globalen Exportanteilen mittlerweile eine erhebliche Dominanz auf.
Laut Bertram Brossardt von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, wird China seine Marktstrategie international aggressiver gestalten, was den Wettbewerb auf den dortigen Märkten weiter anheizen dürfte.

