BYD trotzt Marktverwerfungen mit Rekordzahlen und selbstbewusster Prognose
Mitten in einem turbulenten Börsenumfeld setzt Chinas größter Autobauer ein deutliches Zeichen: BYD erwartet für das erste Quartal einen Gewinnsprung auf bis zu 10 Milliarden Yuan – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Diese seltene frühzeitige Gewinnprognose überraschte nicht nur Analysten, sondern diente auch als strategischer Befreiungsschlag nach dem marktbelastenden Zollvorstoß von US-Präsident Trump.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwischen Januar und März verkaufte BYD rund 1 Million Fahrzeuge – ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Darunter waren 416.388 rein batteriebetriebene Fahrzeuge (BEVs), womit BYD erneut den Spitzenplatz vor Tesla behauptete. Besonders auffällig: Das Wachstum trug sich nicht nur im Heimatmarkt, sondern auch in den Exportmärkten.
Die Nettogewinne beziffert BYD auf 8,5 bis 10 Milliarden Yuan (1,16 bis 1,37 Milliarden US-Dollar). Damit übertrifft der Konzern die durchschnittliche Analystenschätzung von 7,72 Milliarden Yuan deutlich. Auch beim Ergebnis je Aktie legt das Unternehmen zu: von 1,57 Yuan auf voraussichtlich bis zu 3,42 Yuan.
„Ein klares Signal an den Markt“, kommentiert Qu Ke von CCB International. Die frühe Veröffentlichung der Prognose sei kein Zufall, sondern eine bewusste Reaktion auf den gestrigen Ausverkauf an Chinas Börsen. BYDs Ziel: Vertrauen zurückgewinnen – mit Zahlen, die überzeugen.
Als Treiber nennt der Konzern selbst die wachsenden Skaleneffekte und die vertikal integrierte Produktionsstruktur. Der Fokus auf New Energy Vehicles (NEVs), also Elektroautos und Plug-in-Hybride, trägt Früchte. Der Satz aus dem Unternehmen wirkt nüchtern, aber selbstbewusst: „Als Branchenführer haben wir im ersten Quartal einen historischen Verkaufsrekord bei NEVs erzielt.“
An der Börse zeigte sich sofortige Wirkung. Die in Hongkong notierten BYD-Aktien erholten sich am Dienstag zwischenzeitlich um 7,8 Prozent, bevor sie bei einem Plus von rund 4 Prozent pendelten. In Shenzhen lag der Kurs zuletzt 1,1 Prozent im Plus. Trotz des Kursrutsches am Vortag steht die Aktie seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent im Gewinn.

