Börsenlandschaft in Europa: Technologie im Rückwärtsgang, Standardwerte im Aufwind
Europas Börsen haben nach einem starken Wochenstart am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der EuroStoxx 50 verzeichnete am Vormittag einen leichten Rückgang von 0,16 Prozent auf 5743,34 Punkte und folgte damit der moderaten Tendenz der Wall Street vom Vorabend. Neben anhaltenden Unsicherheiten bezüglich überhöhter Bewertungen im Bereich der KI-Aktien trug auch eine unerwartet deutliche Verschlechterung der Unternehmensstimmung im Euroraum zur Zurückhaltung der Anleger bei. Noch vor wenigen Tagen stand Europas führender Aktienindex in der Nähe seines Rekordwerts vom November. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick jetzt auf die USA, wo umfassende Arbeitsmarktdaten für Oktober und November erwartet werden. Diese könnten, insbesondere nach der jüngsten Leitzinssenkung der US-Notenbank, die wegen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt trotz hoher Inflation beschlossen wurde, bedeutende Impulse liefern. Parallel dazu bleibt der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Bank of England am Donnerstag im Fokus der Anleger. Von der EZB wird jedoch keine Zinssenkung erwartet.
Der britische FTSE 100 fiel am Dienstag um 0,19 Prozent auf 9.732,70 Punkte, bleibt jedoch in Schlagdistanz zu seinem November-Hoch. Der Schweizer SMI hingegen konnte gegen den allgemeinen Trend mit einem Plus von 0,35 Prozent auf 13.082,62 Punkte punkten. Die Rotation von Technologie- zu Standardwerten setzt sich fort. Der Stoxx Europe 600 Technology verlor rund ein Prozent und bewegt sich auf dem Niveau vom Monatsbeginn. Einzelwerte zeigten unterschiedliche Entwicklungen: Der Chipausrüster ASML büßte 1,3 Prozent ein. Dagegen waren Aktien aus den Bereichen Chemie, Automobil, Tourismus & Freizeit sowie Konsumgüter besonders gefragt. LVMH und Unicredit stiegen jeweils um 1,3 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent, während BASF mit einem Plus von 2,2 Prozent eine Spitzenposition einnahm. Auch Volkswagen und Mercedes-Benz verzeichneten ein Plus von jeweils einem Prozent.
Rüstungswerte gerieten europaweit unter Druck, was auf positive Signale von den Ukraine-Gesprächen in Berlin zurückzuführen ist. Dies führte bei Rheinmetall zu einem fast fünfprozentigen Verlust im EuroStoxx 50. Auch französische Unternehmen wie Safran, Dassault und Thales mussten Verluste von bis zu 2,3 Prozent hinnehmen. BAE Systems, deren Anteile in London gehandelt werden, verzeichnete ebenfalls ähnliche Rückgänge. In der Schweiz konnte der Rückversicherer Swiss Re von einem positiven Bericht über eine Verringerung der Katastrophenschäden profitieren und seine Aktien leicht verteuern.

