Bundesregierung verschiebt Nordsee-Windkraft-Ausschreibung: Strategische Neuausrichtung geplant
Die deutsche Bundesregierung entschließt sich, die für dieses Jahr geplante Ausschreibung von zwei Windkraftflächen in der Nordsee zu vertagen. Der entsprechende Gesetzesentwurf wurde bereits vom Bundeskabinett gebilligt, wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte. Hintergrund dieser Entscheidung sind die Herausforderungen, denen der Ausbau von Konverterplattformen gegenübersteht, welche für die effiziente Umwandlung und den verlustarmen Transport der erzeugten Energie unerlässlich sind.
Konkret betrifft die Verschiebung die Flächen N-10.1 und N-10.2 innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone, deren Ausschreibung ursprünglich für Juni dieses Jahres von der Bundesnetzagentur geplant war. Nun liegt die Zielmarke für eine erneute Ausschreibung im Jahr 2027. Eine frühere Versteigerungsrunde war erfolglos geblieben, da sich kein Unternehmen in der Lage sah, ein Gebot abzugeben.
Die Verschiebung wird vom Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) ausdrücklich unterstützt. Dessen Politik- und Kommunikationsleiter, Hans Sohn, begrüßte die Entscheidung, da eine Auktion nach den bisherigen Regeln ein hohes Risiko dargestellt hätte. Branchenvertreter kritisieren seit längerem das bestehende Ausschreibungsverfahren, das ihrer Meinung nach zu stark an finanziellen Kriterien ansetzt. Sie fordern eine umfassende Reform und begrüßen die Bereitschaft der Bundesregierung, wie in der «Erklärung von Hamburg» beim jüngsten Nordsee-Gipfel angekündigt, für stabilere Rahmenbedingungen zu sorgen.

