Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Kühlstoffen in E-Zigaretten
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat alarmierende Erkenntnisse zu den in E-Zigaretten verwendeten Kühlstoffen veröffentlicht. Diese, auch bekannt als Cooling Agents, können insbesondere weitreichende Schäden an Leber und Nieren verursachen, selbst bei moderatem Konsum von etwa fünf Millilitern täglich. Eine abschließende Einschätzung der Risiken für Lungenschäden bleibt indes noch aus. In Reaktion auf diese besorgniserregenden Befunde treibt das Bundesernährungsministerium eine Verordnungsänderung voran, die das Verbot von 13 Aroma- und Kühlstoffen, darunter auch Menthol, vorsieht. Ziel ist es, den Einsatz potenziell gesundheitsgefährdender Substanzen in E-Liquids einzudämmen und die Sicherheit der Verbraucher zu erhöhen. Kühlstoffe werden oft eingesetzt, um E-Liquids mit einem erfrischenden Gefühl im Mund- und Rachenbereich zu versehen. Die chemischen Substanzen, oftmals synthetisch hergestellt und geschmacksneutral, weisen in verschiedenen Mischungen hohe Konzentrationen auf. Doch die Datenlage zur Inhalation über die Lunge ist nach wie vor spärlich. Die bisherigen Erkenntnisse stützen sich größtenteils auf Tierversuche, bei denen unter anderem Menthol und Menthylacetat bewertet wurden. Eine besondere Gefährdung sehen Experten auch bei Mixen, die mehrere dieser Kühlstoffe enthalten. Diese können zu einer erhöhten Exposition führen. Bisher existieren keine festgelegten Grenzwerte für die maximale Aufnahme dieser Stoffe, weshalb das BfR den sogenannten NOAEL-Wert verwendet. In Tierversuchen traten vermehrt Schädigungen von Leber und Nieren auf, doch Aussagen über die Lungenwirkung bleiben schwer fassbar. Das BfR mahnt zur Vorsicht und rät Verbrauchern, Produkte mit diesen Kühlstoffen zu meiden. Obwohl E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten als weniger gefährlich gelten, bleiben die langfristigen Gesundheitsrisiken unklar. Mehr Forschung ist dringend benötigt, um die unzähligen Variablen bei der Nutzung von E-Zigaretten zu verstehen und entsprechende Sicherheitsrichtlinien zu verschärfen.

