Attacke in Berlin

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Mahnmal-Angriff

24. Februar 2025, 17:24 Uhr · Quelle: dpa
Am Freitagabend greift ein Mann beim Holocaust-Mahnmal in Berlin einen spanischen Touristen mit einem Messer an. Das Ermittlungsverfahren liegt nun bei Deutschlands oberster Anklagebehörde.

Karlsruhe/Berlin (dpa) - Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu der Messerattacke auf einen spanischen Touristen im Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals in Berlin übernommen. Das teilte die Karlsruher Behörde mit Verweis auf die besondere Bedeutung des Falles mit.

Der mutmaßliche Angreifer stammt aus Syrien. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Bundesanwaltschaft geht von einer heimtückischen Tat und niedrigen Beweggründen aus. Der 19 Jahre alte anerkannte syrischer Flüchtling sitzt als Verdächtiger in Untersuchungshaft. Er wurde wenige Stunden nach der Tat mit blutverschmierten Händen im Umfeld der Gedenkstätte festgenommen.

Radikal-islamistische und antisemitische Überzeugung

Der Beschuldigte teile die Ideologie der ausländischen terroristischen Vereinigung «Islamischer Staat» (IS), so die Bundesanwaltschaft. Sie wirft dem Syrer vor, aus einer radikal-islamistischen und antisemitischen Überzeugung heraus gehandelt zu haben, die sich gegen die freiheitliche Gesellschaftsform in Deutschland richtet. «Damit ist die Tat geeignet, die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen», teilte die Behörde mit.

Der Syrer soll mit dem mutmaßlichen Ziel, Juden zu töten, am Freitagabend auf den Besucher aus Spanien von hinten eingestochen haben. Die Ermittler gehen auch mit Blick auf den Tatort von einem antisemitischen Motiv aus. Zudem soll eine religiöse Motivation bestanden haben. Demnach hatte der Mann neben dem Messer als mutmaßlicher Tatwaffe einen Koran, einen Zettel mit Versen daraus sowie einen Gebetsteppich in seinem Rucksack dabei.

Allein handelnde Täter zurzeit größte Gefahrenquelle

Dschihadistische Gruppierungen hätten weiterhin das Ziel, sich bietende Gelegenheiten in Deutschland und anderen westlichen Staaten für von ihnen gesteuerte oder motivierte Anschläge zu nutzen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage. Allein handelnden Tätern, die einfach einzusetzende Mittel - vor allem Hieb- und Stichwaffen - einsetzen, stellen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden «die aktuell dominante Gefahrenquelle im Bereich des islamistischen Terrorismus in Europa dar». Auch die Anleitung «tatgeneigter Personen» durch den IS via Chats werde immer wieder festgestellt. Daneben tragen den Angaben zufolge auch Ereignisse wie die Entwicklungen im Nahen Osten nach dem terroristischen Überfall der Hamas in Israel am 7. Oktober zu einer Radikalisierung und Mobilisierung bei. 

Schließlich könnten Anschläge der vergangenen Monate «ein Initial und beispielgebend für gleichgelagerte amokähnliche oder islamistische Taten in der Zukunft sein», sagte der Sprecher. Hinweise auf Verbindungen der einzelnen Tatverdächtigen untereinander sowie etwaige weitere Zusammenhänge oder gezielte Einflussnahmen seien bislang nicht erkennbar. 

Muslimischer Verband verurteilt Gewalttat 

Der Zentralrat der Muslime betonte: «Ein solcher Angriff hat nichts mit der Solidarität mit den Palästinensern zu tun.» Gewalt gegen Unschuldige sei durch nichts zu rechtfertigen und widerspreche den Werten der Religionsgemeinschaft der Muslime. «Wer die legitimen Rechte der Palästinenser mit Antisemitismus vermischt, schadet der Sache und trägt zur Spaltung bei.»

Verdächtiger lebte in Leipzig 

Der Mann sei vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt und nicht ausreisepflichtig gewesen, teilte das sächsische Innenministerium mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur lebte er in einer Gemeinschaftsunterkunft in Leipzig, die am Samstag durchsucht wurde.

Die Attacke am Holocaust-Mahnmal in Berlin hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der lebensgefährlich verletzte 30-Jährige musste nach der Messerattacke am Freitag notoperiert werden. Er befindet sich nach dpa-Informationen noch im Krankenhaus, sein Zustand ist stabil. 

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas des Architekten Peter Eisenman war im Mai 2005 der Öffentlichkeit übergeben worden. Mit dem Stelenfeld und einem unterirdischen Informationsort wird in der Hauptstadt nahe dem Brandenburger Tor an die rund sechs Millionen ermordeten Juden unter der Herrschaft des Nationalsozialismus erinnert.

Kriminalität / Justiz / Extremismus / Religion / Berlin / Deutschland / Baden-Württemberg
24.02.2025 · 17:24 Uhr
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