Bundesanleihen steigern sich leicht: Sorge um US-EU-Zollstreit bleibt
Am Finanzmarkt zeigten deutsche Bundesanleihen eine leichte Erholung, als der Euro-Bund-Future marginal um 0,07 Prozent auf 129,41 Punkte stieg. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen notierte bei 2,71 Prozent. Im Fokus steht nach wie vor der anhaltende Zollstreit zwischen den USA und der EU.
Laut der Dekabank birgt die Vorbereitung auf mögliche EU-Gegenzölle in Höhe von 76 Milliarden Euro erhebliches Konfliktpotenzial. Diese Maßnahme könnte, bei ausbleibenden Verhandlungslösungen, den wirtschaftlichen Ausblick in der Eurozone trüben und den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, die Zinsen rascher zu senken.
Inflationsdaten aus den USA blieben ohne massive Auswirkungen auf die Märkte. Die Jahresinflationsrate stieg leicht auf 2,7 Prozent, übertraf damit die Erwartungen leicht, nachdem ein Anstieg auf 2,6 Prozent prognostiziert worden war. Die Commerzbank analysiert, dass die US-Zollpolitik bislang keine deutlichen Einflüsse auf die Inflation zeigt.
Der moderate Preisdruck könnte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die US-Notenbank im September erhöhen. Deutsche Konjunkturdaten überraschten positiv und üben keinen Druck auf Anleihen aus. Bereits im dritten Monat in Folge verbesserten sich die Konjunkturerwartungen.
Auch wenn ein mögliches Investitionssofortprogramm der Bundesregierung die Stimmung aufhellt, bleibt der Zollstreit eine ernsthafte Bedrohung für die europäische Wirtschaft, wie von ZEW-Präsident Achim Wambach gewarnt wird.

