Demografischer Wandel

Bundesagentur: Arbeitsmarkt braucht zunehmend Zuwanderer

31. Januar 2024, 14:41 Uhr · Quelle: dpa
Die Arbeitslosigkeit ist wieder gestiegen. Das ist normal für die Jahreszeit. Doch ein Trend fällt auf: Das Arbeitskräftepotenzial im Inland kann die Bedürfnisse der Betriebe nicht mehr befriedigen.

Nürnberg (dpa) - Etwa 113.000 aus der Ukraine, 123.000 aus Indien, 567.000 aus der Türkei. Der deutsche Arbeitsmarkt würde ohne die Arbeitskräfte aus Drittstaaten längst zusammenbrechen.

Im Jahr 2023 waren Menschen von außerhalb der Europäischen Union die größte Gruppe derer, die einen Job in Deutschland annahmen, sagte die Vorstandvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, in Nürnberg. Trotzdem sind immer noch fast 700.000 Stellen unbesetzt.

Allein aus der Ukraine kamen von Juni 2022 bis Juni 2023 insgesamt 53.000 Menschen hinzu, die in Deutschland eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Aus Indien waren es im selben Zeitraum 24.000. «Nach unserer Prognose wird das in Zukunft zunehmen», sagte Nahles. Hintergrund sei schlichtweg die Demografie.

Die geburtenstarken Jahrgänge beginnen, in Rente zu gehen. Es fehlen Arbeitskräfte an allen Ecken und Enden. Und für diejenigen, die bereits in Deutschland leben - ob als Einheimische oder Zuwanderer - und derzeit keinen Job haben, wird die Suche schwieriger. Sie sind häufig zu alt oder zu schlecht ausgebildet. Hinzu kommt, dass aus den EU-Beitrittsstaaten wie Rumänien, Bulgarien oder auch Polen immer weniger Menschen nach Deutschland kommen. Die Länder hätten inzwischen selbst demografische Probleme.

Scholz: Beschäftigungspolitik der Ampel-Koalition voller Erfolg

«Deutschland hat den höchsten Beschäftigungsstand in der Geschichte, den wir jemals verzeichnet haben», sagte Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Generalaussprache zum Haushalt im Bundestag in Berlin. Die Beschäftigungspolitik der Ampel-Koalition betrachtet er als vollen Erfolg.

Auch Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zeigte sich angesichts der hohen Zahl von Beschäftigten und freien Stellen optimistisch. Doch auch er betonte: «Hier ist deutlich zu sehen, wie sehr wir auf Zuwanderung in den Arbeitsmarkt angewiesen sind.» Der Aufwuchs an Beschäftigung zum Vorjahresmonat um 217.000 sei ausschließlich auf Beschäftigte aus dem EU-Ausland und Drittstaaten zurückzuführen.

Zahl der Arbeitslosen saisonüblich gestiegen

Im Januar hat sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht allzu viel getan. Die Zahl der Arbeitslosen ist saisonüblich auf 2,805 Millionen gestiegen. Das sind 169.000 mehr als im Dezember 2023 und 189 000 mehr als im Januar vorigen Jahres, wie die Bundesagentur mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Punkte auf 6,1 Prozent. Die Bundesagentur griff bei ihrer Januar-Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 15. des Monats vorlag.

«Der alljährliche Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel fällt in diesem Jahr geringer aus. Auch die Beschäftigung und Arbeitskräftenachfrage zeigen sich konstant, so dass sich der Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn trotz der anhaltenden Wirtschaftsschwäche stabil zeigt», sagte Nahles. Sie bezog sich mit diesem Vergleich auf die Jahre vor der Coronapandemie, als die Arbeitslosigkeit im Januar üblicherweise um etwa 200.000 Personen stieg. In den Coronajahren war der Anstieg geringer ausgefallen.

Chancen für Arbeitslose, einen neuen Job zu finden, werden kleiner

Obwohl der Arbeitsmarkt in starkem Maße auf Zuwanderer angewiesen ist und die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit fast einer Million (960.000) noch immer deutlich höher ist als vor den Pandemiejahren, werden die Chancen für Arbeitslose, einen neuen Job zu finden, kleiner. Im Januar waren nach Angaben der Bundesagentur 699.000 Arbeitsstellen als offen gemeldet. Das sind 66.000 weniger als vor einem Jahr.

Nach wie vor schwierig bleibt die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Lehrstellen, die von Betrieben angeboten werden, können nicht besetzt werden. In der sogenannten Nachvermittlungszeit waren den Angaben zufolge von Oktober 2023 bis Januar 2024 mit 64.000 gut 1000 junge Menschen mehr auf Ausbildungssuche als im Jahr zuvor. Dem standen 85.000 gemeldete Ausbildungsstellen in Betrieben gegenüber, knapp 4000 mehr als im Vorjahr.

28.000 Bewerberinnen und Bewerber waren im Januar 2024 laut BA noch unversorgt und weitere 18.000 suchten trotz Alternative weiterhin eine Ausbildungsstelle. Gleichzeitig waren 18.000 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.

Arbeitsmarkt / Arbeitslose / Bundesagentur für Arbeit / Zuwanderer / Deutschland
31.01.2024 · 14:41 Uhr
[0 Kommentare]
Auseinandersetzung in Regionalzug
Sulzbach (dpa) - Bei einem Messerangriff in einem Regionalzug ist eine 18 Jahre alte Frau in der Nähe der saarländischen Stadt Sulzbach schwer verletzt worden. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, ist aber nicht lebensgefährlich verletzt, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage sagte.  Ein 21 Jahre alter Mann soll die junge Frau attackiert haben. Die […] (02)
vor 40 Minuten
Chip Taylor
(BANG) - Der gefeierte Songwriter Chip Taylor ist im Alter von 89 Jahren verstorben – nur zwei Tage nach seinem Geburtstag. Der Musikstar – zu dessen Werk der prägende Hit 'Wild Thing' gehört, bekannt geworden durch The Troggs – starb am Montag (23. März). Die Nachricht wurde von seinem langjährigen Freund Billy Vera geteilt, der auf Instagram eine […] (00)
vor 4 Stunden
Facebook-Gründer Zuckerberg
Los Angeles (dpa) - Der Facebook-Konzern Meta und die Google-Videoplattform YouTube haben eine Niederlage in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten einstecken müssen. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten, wie US-Medien aus dem […] (00)
vor 21 Minuten
MotoGP 26  bringt neues Gameplay Video
Milestone und MotoGP Sports Entertainment GroupDorna Sports S.L. präsentieren mit einem neuen Video erste Einblicke in das Gameplay von  MotoGP26 . Das Spiel erscheint am 29. April 2026 für PlayStation5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch2, Nintendo Switch, ROG Xbox Ally, ROG Xbox Ally X sowie für PC über Steam, Microsoft und im Epic Games Store. Der […] (00)
vor 2 Stunden
«Harry Potter»-Serie startet Weihnachten 2026
Der Streamingdienst setzt auf eine werkgetreue Neuverfilmung. An Weihnachten und Anfang 2027 werden die ersten Episoden zu sehen sein. HBO hat den ersten Trailer zur kommenden Harry Potter -Serie veröffentlicht und damit den Startschuss für eines der ambitioniertesten Serienprojekte der nächsten Jahre gegeben. Die erste Staffel soll nach aktuellem Stand zu Weihnachten 2026 erscheinen und die […] (00)
vor 1 Stunde
Kai Havertz und Antonio Rüdiger
Herzogenaurach (dpa) - Noch bevor Kai Havertz auf dem DFB-Podium warmherzig über seine ziemlich ungewöhnliche Esel-Liebe sprach, plauderte er angeregt mit seinem Kollegen Antonio Rüdiger. Die heimische Tierwelt dürfte dabei kaum das Thema gewesen sein. Die beiden so grundverschiedenen Stellvertreter von DFB-Kapitän Joshua Kimmich radelten vor dem […] (00)
vor 5 Stunden
Todesstoß für das Erotik-Imperium: OnlyFans-Milliardär Leo Radvinsky mit 43 Jahren verstorben
In der Welt des digitalen Glanzes und der freizügigen Inhalte war er der unsichtbare Puppenspieler. Leonid „Leo“ Radvinsky, der Mann, der OnlyFans von einer nischigen Londoner Gründung zum globalen Kulturphänomen aufstieg, ist am Montag in Florida verstorben. Wie sein Unternehmen Fenix International Ltd. bestätigte, erlag der Tech-Milliardär einem […] (00)
vor 1 Stunde
Chaos für Ford-Kunden: Fünf KBA-Rückrufe und Mini-Kulanz setzen Ford-Kuga-Fahrer unter Druck
Lahr, 25.03.2026 (lifePR) - Beim Ford Kuga hat sich das Rückruf-Chaos wegen Brandgefahr und weiterer sicherheitsrelevanter Mängel weiter zugespitzt. Nach Einträgen in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts und nach der Kanzlei vorliegenden Ford-Schreiben an betroffene Halter reicht die Problemlage inzwischen von Brandgefahr durch die Hochvoltbatterie über Kraftstofflecks bis hin zu […] (00)
vor 3 Stunden
 
Paar geht am Strand spazieren
Berlin - Die im Bund mitregierende CSU erteilt SPD-Plänen zu einer Abschaffung des […] (03)
Jan Bollinger am 22.03.2026
Mainz - Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Rheinland-Pfalz ist Landeschef und […] (01)
Lawinenunglück in Südtirol
Bozen (dpa) - Nach dem Lawinenunglück vom Wochenende in Südtirol ist ein weiterer Skifahrer […] (00)
Katherina Reiche (Archiv)
Berlin - Das Bundeswirtschaftsministerium hat dementiert, dass Ressortchefin […] (00)
Nintendo fährt die Produktion der Switch 2 zurück
Nintendo hat laut mehreren Berichten die Produktion der neuen Konsole […] (01)
Kristin Cavallari hat verheiratete Männer als 'Abschaum' bezeichnet.
(BANG) - Kristin Cavallari hat verheiratete Männer, die ihre Instagram-Beiträge […] (00)
Bundestag
Berlin (dpa) - Die Grünen-Fraktion wünscht sich von der Union und insbesondere von […] (00)
Ski-Weltcup in Hafjell
Hafjell (dpa) - Emma Aicher und Mikaela Shiffrin umarmten sich herzlich. Die […] (03)
 
 
Suchbegriff