Brose verteidigt rigorosen Sparkurs: Herausforderung in der Autobranche
Der Automobilzulieferer Brose steht unter immensem Druck, da im aktuellen Marktumfeld keine Aufträge lukrativ abzuwickeln sind, wie der Verwaltungsratsvorsitzende Michael Stoschek erklärt. Mit Ausnahme von Brose produzieren viele Konkurrenten nicht in Deutschland, weshalb das Unternehmen auf international wettbewerbsfähigere Lohnkosten zurückgreifen muss.
Trotz seiner globalen Präsenz mit Produktionsstätten in Ländern mit günstigeren Bedingungen betont Stefan Krug, Vorsitzender der Geschäftsführung, dass die Gesellschafter bei der Produktion in Deutschland Profit opfern. Brose erlebte 2024 ein Defizit von 100 Millionen Euro bei einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro, was die Notwendigkeit für eine effizientere, schlankere Betriebsstruktur verdeutlicht.
Die angespannte Situation in der deutschen Automobilindustrie verschärft die Schwierigkeiten für Zulieferer wie Brose, was laut Stoschek die größte Krise der Branche darstellt. Dementsprechend sei eine verstärkte Investitionsförderung für die deutsche Wirtschaft unabdingbar, um weiteren Arbeitsplatzabbau zu verhindern.
Gegenwärtig steht das Unternehmen vor einer umfassenden Überprüfung der fränkischen Standorte Coburg, Bamberg/Hallstadt und Würzburg, wobei Letzteres möglicherweise geschlossen werden könnte. Der Sommer wird entscheidend sein für die zukünftige Fokussierung.
Ein Rückblick auf vergangene Entscheidungen legt Fehlplanungen bei Anlagenerweiterungen offen, wie Stoschek einräumt. Zukünftig stehen flexiblere und kostengünstigere Produktionslösungen im Fokus. Eine potenzielle Suche nach einem Investor wird ebenfalls nicht ausgeschlossen, obwohl das Ziel bleibt, ein Familienunternehmen zu bleiben. Diese Überlegungen könnten langfristig relevant werden, momentan jedoch noch keine Dringlichkeit erfordern.

