Britische Firmen im Visier: Übernahmefieber belebt den Markt
Der britische Markt erlebt einen regelrechten Ansturm an Übernahmeangeboten, der bislang mehr als 10 Milliarden Dollar umfasst. Laut Dealogic-Daten ist dieser Montag der geschäftigste Tag des Jahres und zeigt, wie niedrige Unternehmensbewertungen und stabile Märkte international Investoren anziehen.
Diese sehen die Gelegenheit, noch vor einer möglichen Stärkung des britischen Pfunds günstig zuzugreifen. Unter den Käufern sind prominente Namen wie der US-amerikanische Chiphersteller Qualcomm, die Private-Equity-Firma Advent und L'Oréal aus Frankreich.
Nach den Marktturbulenzen durch US-Präsident Donald Trumps Ankündigungen zu Zöllen kehrt nun eine gewisse Ruhe ein, die für neue Deals genutzt wird. IonQs CEO Niccolo de Masi, der eine Übernahme des britischen Quantencomputing-Unternehmens Oxford Ionics im Wert von 1,08 Milliarden Dollar bekannt gab, betonte die strategische Bedeutung Großbritanniens angesichts des internationalen Strebens nach lokalen und souveränen Netzwerken.
Der bisherige Anstieg der Übernahmeaktivitäten – mit 30 Angeboten über jeweils 100 Millionen Pfund gegenüber 26 im Vorjahreszeitraum – ist auch auf jahrelange Mittelabflüsse aus britischen Aktien zurückzuführen, die Bewertungsverzerrungen verursachten. Die Schere zwischen dem britischen FTSE 100 und dem US-amerikanischen S&P 500 erreichte im Januar ihren Höhepunkt mit 49,5 % und liegt aktuell bei 41 %.
Die relative politische Stabilität und die wirtschaftliche Vorhersehbarkeit Großbritanniens scheinen attraktiv zu wirken. „Jetzt in den britischen Markt zu investieren, birgt weniger Risiken als in US-Unternehmen“, so Charles Hall von Peel Hunt.
Besonders die größten Übernahmeangebote in diesem Jahr – darunter Advents Gebot von 3,7 Milliarden Pfund für Spectris und Qualcomms 1,8 Milliarden Pfund-Offerte für Alphawave – lassen darauf schließen, dass das Tempo der Transaktionen möglicherweise anhalten wird. Auch wenn unvorhersehbare Wirtschaftsbedingungen die Marktaktivität beeinflussen könnten, scheinen stabile Fundamentaldaten den Optimismus zu fördern, insbesondere im Technologie- und Immobiliensektor.

