Brenntag senkt Gewinnerwartungen und gerät unter Druck
Der Chemikalienhändler Brenntag hat seine Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr 2025 nach unten korrigiert und dabei die Prognose für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) auf 0,95 bis 1,05 Milliarden Euro gesenkt. Ursprünglich hatte das Unternehmen in einer Spanne von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro kalkuliert, was auch von Branchenexperten als realistisch erachtet wurde. Diese Nachricht, die nach Börsenschluss in Essen verkündet wurde, führte zu einem merklichen Druck auf die Brenntag-Aktie am Wochenanfang.
Zum Handelsstart am Montag verzeichnete das Papier einen Rückgang um vier Prozent, konnte jedoch im Laufe des Tages Teile der Verluste wettmachen. Die Analysten von JPMorgan und Jefferies beschrieben die Gewinnwarnung als unerwartet gravierend. Auch der Dax verzeichnete Kursverluste von nahezu einem Prozent, was zusätzlich auf die Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber der EU zurückzuführen ist.
Brenntag gab an, dass die revidierte Prognose hauptsächlich auf die ungünstige Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurses seit Beginn des zweiten Quartals zurückzuführen sei. Das Unternehmen erwartet, dass diese Bedingungen anhalten werden. Darüber hinaus sei das Marktumfeld durch anhaltende geopolitische Spannungen und ungeklärte globale Zolldiskussionen schwierig, was zu wirtschaftlicher Unsicherheit und spürbar sinkender Nachfrage geführt habe. Ebenso erhöhte sich der Preisdruck in verschiedenen Endmärkten, was in absehbarer Zukunft kaum Verbesserung erwarten lässt.
Nicht nur Brenntag, sondern auch andere Chemiefirmen wie Covestro und BASF haben kürzlich ihre Gewinnprognosen gesenkt. Das operative Ergebnis von Brenntag sank im zweiten Quartal von 297,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 246,4 Millionen Euro – ein Rückgang, der die Erwartungen der Branche übertraf. Ausführliche Zahlen zum zweiten Quartal werden die Essener am 13. August vorlegen.

