Boeing gewinnt Rückenwind: FAA erlaubt erneut eigenständige Sicherheitszertifizierung
In einem bedeutenden Schritt für das renommierte Luftfahrtunternehmen Boeing hat die US-amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) beschlossen, Boeing das Recht zurückzugeben, eigenständig Lufttüchtigkeitszertifikate für seine Maschinen der Typen 737 Max und 787 Dreamliner auszustellen. Diese Entscheidung folgt auf eine gründliche Untersuchung der Produktionsqualität durch die FAA und markiert das Ende der vollständigen behördlichen Kontrollen, die 2019 nach zwei tragischen Abstürzen der 737 Max eingeführt wurden.
Die Zusammenarbeit zwischen Boeing und der FAA soll nun in Form wöchentlicher, abwechselnder Sicherheitsinspektionen fortgeführt werden. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die strengen Qualitätsprüfungen in den Produktionswerken von Boeing durch zusätzliche FAA-Inspektoren zu intensivieren.
Zeitgleich mit der Ankündigung der FAA verzeichnete Boeing erfreuliche Signale vom Markt: Der Aktienkurs stieg um circa 4 Prozent, beflügelt durch weitere Bestellungen aus dem Ausland. Turkish Airlines bekundete Interesse am Kauf von bis zu 75 Dreamlinern und plant zudem, Bestellungen für bis zu 150 weitere 737 Max Jets aufzugeben, was den größten Einzelauftrag für dieses Verkaufsmodell darstellen würde. Auch die Norwegian Group stieß mit einer Bestellung von 30 Boeing 737 Max 8 Flugzeugen in das internationale Bestellprogramm mit ein.
Seit der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus hat seine Administration Boeing als Kernstück ihrer Strategie zur Wiederbelebung der US-amerikanischen Fertigungsindustrie positioniert. Gleichwohl gibt es weiterhin kritische Stimmen, die Zweifel an der Reformfähigkeit Boeings hinsichtlich seiner Unternehmenskultur und Prozesse hegen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit seiner Passagierflugzeuge. Erst kürzlich hatte die FAA angedeutet, gegen Boeing eine Strafe in Höhe von 3,1 Millionen USD wegen mutmaßlicher Sicherheitsverstöße zu verfolgen. Diese Vorwürfe erstrecken sich auf Ereignisse zwischen September 2023 und Februar 2024, unter anderem auf einen Zwischenfall mit einer 737 Max bei einem Flug von Alaska Airlines.

