Bitcoin-Netto-Taker-Volumen steigt, während Milliarden Derivate verlassen, was passiert?
Bitcoin hat einige Impulse zurückgewonnen, mit einem aktuellen Marktpreis von etwa 107.155 $. Dies entspricht einem Rückgang von 0,4 % in den letzten 24 Stunden und einem Rückgang von 4,3 % unter sein Allzeithoch von 111.000 $, das im Mai erreicht wurde.
Trotz dieser Erholung beobachten Analysten sorgfältig mögliche Richtungsänderungen, da eine Reihe von Marktindikatoren und makroökonomischen Signalen einen vorsichtigeren kurzfristigen Ausblick nahelegen.
Zu den jüngsten Entwicklungen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, gehört ein starker Anstieg im Netto-Taker-Volumen auf Binance sowie signifikante Zuflüsse von Stablecoins aus Derivate-Plattformen.
Der CryptoQuant-Analyst Amr Taha bemerkte in einem aktuellen Marktkommentar, dass diese Änderungen auf eine erhöhte spekulative Aktivität hinweisen könnten. Während einige Händler solche Anstiege als bullische Signale interpretieren, treten sie oft aufgrund von Short-Liquidationen oder plötzlichen Käufen durch Kleinanleger auf, anstatt aufgrund einer konsistenten organischen Nachfrage.
Derivateaktivität und Fed-Kommentare schüren Marktvorsicht
Am 24. Juni überschritt das Netto-Taker-Volumen von Binance die Marke von 100 Millionen $ zum ersten Mal seit Anfang Juni. Laut Taha kann ein solches Aktivitätsniveau manchmal Kaufmomente signalisieren, kann aber auch auf erzwungene Schließungen von Short-Positionen hinweisen, insbesondere in hoch gehebelten Umgebungen.
Taha betonte, dass ohne starke Kapitalzuflüsse zur Unterstützung der Bewegung diese Ausbrüche tendenziell von kurzer Dauer sind. Gleichzeitig wurden mehr als 1,25 Milliarden $ an Stablecoin-Liquidität von Derivatebörsen abgezogen, was den größten Kapitalabfluss von diesen Plattformen seit Mai markiert.
Diese Abflüsse verringern die Basis für die Eröffnung neuer gehebelter Positionen, was möglicherweise die zukünftige Marktbewegung dämpft. Taha wies auch auf externe wirtschaftliche Hinweise hin, insbesondere auf eine jüngste Erklärung des US-Notenbankvorsitzenden Jerome Powell hin.
Während seiner Anhörung vor dem Kongress signalisierte Powell, dass Zinssenkungen je nach den kommenden wirtschaftlichen Bedingungen möglich seien. Obwohl eine lockerere Geldpolitik oft als vorteilhaft für Risikovermögen wie Bitcoin angesehen wird, spiegelt die Verschiebung auch eine zugrunde liegende Unsicherheit wider.
Der Analyst erwähnte auch, dass der Schweizer Franken, der traditionell als sicherer Hafen gilt, ebenfalls gegenüber dem US-Dollar gestiegen ist, was darauf hindeutet, dass einige Investoren angesichts der breiteren makroökonomischen Entwicklungen ein Risikoabbau bevorzugen.
Marktstruktur bleibt fest, aber Momentum verlangsamt sich
Separat bot ein anderer CryptoQuant-Analyst, bekannt als Crypto Dan, eine andere Perspektive mittels eines Bubble-Chart-Modells, das Handelstrends über Börsen hinweg visualisiert.
Dan zufolge befindet sich Bitcoin derzeit in einer „Abkühlungsphase“. Dies bedeutet, dass die Handelsaktivität ohne dramatische Volumenspitzen reduziert ist, was oft als Zeichen gesehen wird, dass der Markt sich konsolidiert statt überhitzt.
Er bemerkte, dass, obwohl BTC nahe an seinem Allzeithoch bleibt, der weitere Verlauf von makroökonomischen Katalysatoren abhängen könnte, wie z.B. bestätigte Zinssenkungen oder regulatorische Klarheit.

