Bertelsmann trotzt Handelsbarrieren: Expansion in den USA bleibt im Fokus
Der bedeutende Medienkonzern Bertelsmann sieht sich derzeit mit den wirtschaftlichen Schwingungen eines möglichen Zollstreits zwischen den USA und Kanada konfrontiert. Vorstandschef Thomas Rabe ließ verlauten, dass das Unternehmen Papier aus Kanada bezieht, welches in Zukunft mit Zöllen belegt werden könnte. Trotz der Unwägbarkeiten zeigt sich Rabe gelassen und betont, dass die Auswirkungen auf die Buchgeschäfte im Gesamtkontext des Konzerns überschaubar seien.
Ein Herzstück von Bertelsmanns Portfolio bildet die weltbekannte Buchgruppe Penguin Random House, die ihren Sitz in New York hat. Diese zählt zu den größten Akteuren auf dem globalen Buchmarkt. Zusätzlich verweist Rabe auf die Praxis, seit Jahren Druckerzeugnisse, insbesondere Farbbücher, in China produzieren zu lassen, was ebenfalls potenziell durch Zollregelungen beeinflusst werden könnte.
Nordamerika hat für den Gütersloher Konzern eine immense Bedeutung und trägt inzwischen 29 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Im Vergleich dazu liegt Deutschland bei 27 Prozent. Bemerkenswert ist der Beitrag Nordamerikas am Gewinn, der mittlerweile in Richtung 40 Prozent strebt, was die wichtige Rolle des US-Marktes für Bertelsmann verdeutlicht. Rabe erklärt, dass die strategische Ausrichtung auf die USA trotz politischer Unsicherheiten unter der Trump-Regierung unverändert bleibt. Der US-Markt wird als der größte seiner Art geschätzt und soll weiterhin fokussiert ausgebaut werden.
Das Jahr 2024 zeigt ein organisches Umsatzwachstum von Bertelsmann um 3,3 Prozent auf 19 Milliarden Euro, auch wenn der Gesamtumsatz im Vergleich zu den Vorjahren aufgrund des Verkaufs von Majorel niedriger ausfiel. Korrigiert um diese Veräußerung verzeichnete das Unternehmen ein steigendes operatives Ergebnis von 3,1 Milliarden Euro. Der Erfolg breitete sich über zahlreiche Geschäftsbereiche aus, darunter das Buch- und Musikgeschäft sowie Arvato, Bildung und Investitionen.
Mit einer globalen Belegschaft von annähernd 75.000 Personen bleibt Bertelsmann ein maßgeblicher Akteur in der Medienbranche, bekannt für seine TV-Sender und Zeitschriften wie 'Stern' und 'Geo'. Die Diversifikation mit Dienstleistungs-, Musik- und Bildungsangeboten sowie Gesundheits- und Investmentaktivitäten unterstreicht die Vielschichtigkeit des Unternehmens.

