BBC streicht BBC Three

Auch BBC Scotland und BBC Radio 4 Extra verschwinden im Frühjahr 2027 aus dem klassischen Rundfunkangebot. Die Programme sollen überwiegend digital weitergeführt werden.
Die britische BBC steht vor einem weiteren tiefgreifenden Umbau ihres Senderportfolios. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter am Dienstag, den 20. Oktober 2026, bekannt gab, werden die linearen Ausstrahlungen von BBC Three, BBC Scotland und BBC Radio 4 Extra im Frühjahr 2027 eingestellt. Hintergrund ist die angespannte Finanzlage des Unternehmens, das bis 2028 Einsparungen in Höhe von 500 Millionen britischen Pfund erzielen muss. Die Entscheidung wurde den Beschäftigten am Dienstagmorgen mitgeteilt. Sie bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Inhalte der betroffenen Programme verschwinden. Vielmehr will die BBC ihre Angebote stärker auf digitale Verbreitungswege konzentrieren.
Besonders bemerkenswert ist die erneute Einstellung des linearen Sendebetriebs von BBC Three. Der auf jüngere Zuschauer ausgerichtete Kanal war bereits 2016 aus dem klassischen Fernsehen verschwunden und 2022 nach einer mehrjährigen Onlinephase wieder als Fernsehsender gestartet. Nun folgt der nächste Rückzug. Künftige Auftragsproduktionen sollen weiterhin über BBC iPlayer und zusätzliche Plattformen wie YouTube verbreitet werden. Gleichzeitig kündigt die BBC höhere Investitionen in Inhalte für jüngere Zielgruppen an. BBC Scotland soll als Kanal innerhalb des BBC iPlayer erhalten bleiben, während ausgewählte Produktionen auch auf BBC One und BBC Two in Schottland zu sehen sein werden. Das Hörfunkangebot von BBC Radio 4 Extra wandert zu BBC Sounds. Die Sendung «The Daily Service» soll darüber hinaus im lokalen Radio verfügbar bleiben.
BBC-Generaldirektor Matt Brittin begründet die Maßnahmen mit dem wirtschaftlichen Druck: „Wir müssen dafür sorgen, dass jedes Pfund für unser Publikum mehr bewirkt, während wir auf den unmittelbaren Kostendruck reagieren und die BBC für eine sich verändernde Welt neu erfinden. Wir alle wissen, dass dies schwierige Entscheidungen bedeutet.“ Mit Blick auf die betroffenen Sender ergänzt er: „Ein Großteil der hervorragenden Inhalte, die sie derzeit ausstrahlen, wird weiterhin dort zu finden sein, wo das Publikum sie bereits nutzt – auf iPlayer und Sounds. Auch wenn dieser Schritt bereits Gegenstand von Medienspekulationen war, ist mir bewusst, dass die Bestätigung dieser Nachricht für unser Publikum und unsere Kolleginnen und Kollegen schwer sein wird.“
Die Schließungen sind nur ein Teil eines umfassenderen Sparprogramms. Auch BBC News muss weitere Einsparungen vornehmen. Die neue Nachrichtenchefin Rachel Jupp soll Anfang 2027 entsprechende Pläne vorstellen und dabei eine längerfristige Strategie für den Nachrichtenbereich erläutern. Weitere Abteilungen werden in den kommenden Monaten eigene Sparmaßnahmen bekannt geben. Bereits zuvor hatte die BBC Kürzungen in Schottland, Wales, Nordirland sowie bei lokalen Angeboten, Nachrichten und Audioproduktionen angekündigt. Der aktuelle Schritt zeigt, wie stark der finanzielle Druck inzwischen auch die traditionelle Senderstruktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verändert.

