Bayerns Agrarministerin fordert marktwirtschaftliche Entlastung der Landwirte
Die bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber hat auf der Grünen Woche in Berlin angesichts herausfordernder Marktbedingungen eine Entlastung der Landwirtschaft gefordert. Als amtierende Vorsitzende der Agrarministerkonferenz der Länder betonte sie die Notwendigkeit, die Bauern 'zu entfesseln', und hob die Bedeutung der Ernährungssouveränität hervor, vor allem in Anbetracht von Handelskonflikten und anfälligen Lieferketten.
Kritisch blickt Kaniber auf die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung, das staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch bis 2027 verpflichtend einzuführen. Sie äußerte Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Vorhabens und wies darauf hin, dass ein umfassender Umbau der Tierhaltung notwendig sei. Hierbei müssten neue Ställe mit einem 20-jährigen Bestandsschutz und einer gesicherten Finanzierung unterstützt werden. Eine Kennzeichnung halte sie nur in einem europäischen Kontext für sinnvoll.
Der Deutsche Bundestag hatte kürzlich beschlossen, die Einführung des Logos von März 2026 auf Januar 2027 zu verschieben, mit der Absicht, bis Mitte 2027 auch die Gastronomie einzubeziehen. Das Kennzeichnungssystem umfasst fünf Kategorien, von gesetzlichen Mindestanforderungen bis hin zu Bio-Standards. Seit 2019 existiert bereits eine freiwillige Kennzeichnung durch Supermärkte.
Zudem betonte Kaniber die Wichtigkeit praktikabler Neuregelungen im Düngerecht zum Schutz der Gewässer. Die Agrarministerin sprach sich für eine verursachergerechte Ausrichtung der Regelungen aus und unterstrich die Notwendigkeit, Praktiker bei diesen Entscheidungen einzubeziehen.

