Bayer strafft Agrarsparte: Produktionsumstellungen und Stellenabbau bis 2028
Der renommierte Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer sieht sich gezwungen, auf den wachsenden Konkurrenzdruck asiatischer Anbieter zu reagieren und plant daher eine umfassende Neuausrichtung seiner Agrarsparte in Deutschland. Im Fokus steht dabei die Produktion sowie Forschung und Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln.
Ein besonderer Kritikpunkt ist die Situation in Frankfurt am Main, wo die entsprechenden Tätigkeiten bis Ende 2028 eingestellt werden sollen. Dies betrifft etwa 500 Mitarbeiter, wobei einige Aktivitäten veräußert und andere nach Dormagen verlagert werden.
Bayer verfolgt das Ziel, den Standort Dormagen auf innovative und strategische Technologien sowie Produkte auszurichten. Die Produktion von generischen Pflanzenschutzwirkstoffen, die kostengünstiger auf dem Weltmarkt verfügbar sind, soll eingestellt werden. Diese Maßnahme, die bis Ende 2028 abgeschlossen sein soll, beeinflusst etwa 200 Arbeitsplätze in der Wirkstoffproduktion und Formulierung, was einem Sechstel der Belegschaft in Dormagen entspricht.
Der Konzern beschäftigt seit Ende 2024 rund 93.000 Mitarbeiter weltweit, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, der hauptsächlich durch eine Straffung der Verwaltung unter der Leitung von CEO Bill Anderson bedingt ist. Das Agrargeschäft von Bayer schwächelt bereits seit einiger Zeit, insbesondere durch einen Rückgang der Preise für Glyphosat, was zu vagen Ankündigungen von Maßnahmen führte.
Zuletzt hatte der Konzern bei der Veröffentlichung der Jahreszahlen 2024 weitere Schritte sowohl im Produktmanagement als auch in Forschung, Entwicklung, Produktion und Verkauf angekündigt. Das Ziel ist es, bis 2029 den Gewinn um jährlich mehr als eine Milliarde Euro zu steigern.

