Bayer plant Milliardenvergleich zur Beilegung von Glyphosat-Klagen
Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer unternimmt einen erneuten Versuch, die umstrittenen Glyphosat-Klagen in den USA weitgehend zu beenden. Das Ziel ist ein milliardenschwerer Vergleich, der vor einem Gericht in St. Louis, Missouri, auf Zustimmung wartet. Frühere Lösungsansätze scheiterten, doch dieses Mal präsentiert sich Bayer mit einer überarbeiteten Strategie, die offenbar bei den Anlegern Anklang findet.
Die Nachricht führte zu einem kräftigen Anstieg der Bayer-Aktien. Die Vereinbarung soll gemeinsam mit einem möglicherweise richtungsweisenden Fall vor dem US Supreme Court die Unsicherheiten der Rechtsstreitigkeiten minimieren. Konkret geht es um den Fall "Durnell", der klären soll, ob Bundesvorschriften über staatlichen Gesetzen stehen. Bayer verspricht sich von einem positiven Urteil eine Rücknahme erheblicher Schadenersatzforderungen, die durch das Vergleichsangebot nicht abgedeckt sind.
Im Detail plant Bayer, über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren maximal 7,25 Milliarden US-Dollar an die Kläger auszuzahlen, vorausgesetzt, die Mehrheit der betroffenen Parteien stimmt zu. Diese Vorgehensweise soll sowohl für aktuelle als auch potenzielle zukünftige Klagen eine finanzielle Planbarkeit sichern. Gleichzeitig wurde eine Rekordrückstellung für Rechtsstreitigkeiten gebildet, um den Plan finanziell abzusichern. In dem Chemiekonzern Bayer bleibt der freie Cashflow-Effekt negativ, was zu einer Verschiebung der geplanten Pressekonferenz zu den Finanzzahlen führte.
Die Ausgleichszahlungen hängen mit den Vorwürfen zusammen, dass der in Roundup enthaltene Wirkstoff Glyphosat krebserregend sei, was Bayer vehement bestreitet. Zwar hatte die Internationale Krebsforschungsagentur den Stoff als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, jedoch erhielt diese Bewertung nicht durchweg Unterstützung von international anerkannten Institutionen.
Bayer hat auch vertrauliche Vergleiche in anderen Glyphosat-Fällen sowie im Zusammenhang mit Umweltbelastungen durch PCB getroffen. Die jüngsten Entwicklungen, insbesondere die Hoffnung auf ein positives Urteil des US Supreme Court, haben dem Aktienkurs Rückenwind gegeben, der sich bis 2026 um ein Drittel erholen könnte. Jedoch bleibt der Kursanstieg im Vergleich zu den Zeiten vor den ersten juristischen Rückschlägen 2018 noch hinter den damaligen Rekordwerten zurück.

