Bauwerte unter Druck: Sika und Co. schlittern abwärts
Nach einem beeindruckenden Höhenflug in den letzten Monaten sehen sich europäische Baustoffaktien einem plötzlichen Dämpfer gegenüber. Der Auslöser? Der schweizerische Bauchemiekonzern Sika, der unerwartet seine Gewinnprognosen für 2025 nach unten korrigieren musste. Der Konzern befindet sich inmitten eines anhaltend rauen Marktumfelds, und der Ausblick bleibt verhalten.
Die Aktien von Sika verzeichneten einen dramatischen Kursverlust von über sieben Prozent und führten damit die Verliererliste im Stoxx Europe 600 Construction & Materials an, der selbst um 2,7 Prozent fiel und von seinem kürzlich erreichten Rekordhoch zurückkehrte. Zuvor hatte der Index seit einem Zwischentief im November mehr als elf Prozent gewonnen, angetrieben von der Hoffnung auf bevorstehende Infrastrukturinvestitionen, besonders in Deutschland.
Sikas organisches Wachstum schwächte sich im vierten Quartal weiter ab und die jüngsten Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück. Analystin Priyal Woolf von Jefferies Research stellte fest, dass das vierte Quartal für die Schweizer besonders herausfordernd war, was auch zur Senkung der Prognosen für die operative Marge führte.
Die sich ergebenden negative Stimmung erfasste auch andere Akteure im Sektor. Heidelberg Materials sah ebenfalls einen signifikanten Kursverlust und rutschte nach einem neuen Rekordhoch als zweitschwächster DAX-Wert um 2,8 Prozent ab. Weitere prominente Abverkäufe trafen Eiffage und Vinci, beide mit Einbußen über drei Prozent, nachdem die Bank of America ihre Bewertungen herabgestuft hatte.
Analyst Marcin Wojtal von der Bank of America äußerte sich besonders kritisch über Infrastrukturwerte im Sektor. Er änderte sein Votum für Vinci drastisch von "Kaufempfehlung" auf "Underperform" und stufte Eiffage auf "Neutral" ab. Auch der Flughafenbetreiber Aeroports de Paris erhielt wegen steuerlicher Bedenken in Frankreich ein "Underperform".

