Bausektor erlebt Aufbruch: Auftragseingänge und Umsätze steigen

Die deutsche Bauwirtschaft erlebt nach einer Durststrecke eine erfreuliche Wende. Neue öffentliche Großprojekte und ein allmählich belebter Wohnungsbau haben im vergangenen Jahr zu einem erheblichen Anstieg der Auftragseingänge geführt. Das Statistische Bundesamt meldet eine preisbereinigte Zunahme von 7,5 Prozent, während sich der Wert inklusive Preiserhöhungen sogar um 10,1 Prozent erhöhte.
Besonders der Wohnungsbau zeigt eine bemerkenswerte Erholung, mit einem realen Wachstum von beeindruckenden 10,1 Prozent. Auch im Tiefbau sind die Auftragsbücher prall gefüllt, was unter anderem durch Großaufträge zur Sanierung von Bahnstrecken begünstigt wurde. In dieser Sparte stiegen die Aufträge preisbereinigt um 6,2 Prozent auf ein neues Rekordhoch an.
Der Umsatz größerer Baubetriebe erlebte ebenfalls eine positive Entwicklung. Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten setzten 120,5 Milliarden Euro um, was einem Plus von 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz eines leicht rückläufigen Hochbausektors konnte die Bauproduktion insgesamt von einem 2,4-prozentigen Anstieg bei den Einnahmen profitieren. Einschließlich der kleineren Unternehmen schätzen Branchenverbände den preisbereinigten Gesamtumsatz auf rund 172 Milliarden Euro, ein Wachstum von 2,5 Prozent. Felix Pakleppa vom Zentralverband Baugewerbe bezeichnete die Branche als Stabilitätsfaktor der deutschen Wirtschaft und sieht eine Zunahme der Beschäftigung um 0,7 Prozent.
Für das laufende Jahr erwartet der Bausektor eine deutliche Trendwende. Dank stabiler Zinsen und umfassender Investitionen des Bundes in Straßen und Schienen könnte insbesondere der Wohnungsbau wieder stärker nachgefragt werden. Zuvor verursachten die Folgen des Ukraine-Kriegs, wie steigende Baukosten, eine Krise im Bausegment. Doch jetzt zeigt sich Hoffnung am Horizont, bekräftigt auch vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das für 2026 ein erneutes preisbereinigtes Wachstum des Bauvolumens prognostiziert.

