Bauernproteste in Norddeutschland legen Verkehr teilweise lahm
Am Montag haben Landwirte erneut den Verkehr in Teilen Norddeutschlands zum Stillstand gebracht. In Bremerhaven blockierten rund 30 Traktoren die Zufahrt zum Hafen, was zu Verkehrsbehinderungen führte. Das Hafengelände war zeitweise nur über das südliche Zolltor erreichbar. Auch am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven wurden die Zufahrtswege von Landwirten blockiert. Hier waren etwa 40 Traktoren im Einsatz. Laut Polizeiangaben handelte es sich bei den Demonstrationen um spontane Aktionen.
Zudem beteiligten sich einige Landwirte aus Niedersachsen an Protesten in Hamburg. Bauern aus dem Raum Oldenburg fuhren beispielsweise mit ihren Treckern in die Stadt, um dort gegen die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zu protestieren. Die Demonstranten kamen aus fünf Richtungen und steuerten dann Richtung Hamburg-Dammtor. Nach einer Zwischenkundgebung am Bahnhof-Dammtor wollten sie sich wieder zu den Landesgrenzen begeben.
Am Bahnhof Hamburg-Dammtor wurden zahlreiche Traktoren vor dem Hauptgebäude der Universität abgestellt, was zu einer erhöhten Lärmbelastung führte. Ursprünglich wurden etwa 1500 Fahrzeuge erwartet. Während einer Kundgebung kam der Verkehr zum Erliegen. Auch der Hamburger Verkehrsverbund hvv informierte über Einschränkungen im Busverkehr.
Im Süden Hamburgs sorgte eine unangemeldete Versammlung von Bauern zusätzlich für Verkehrsbehinderungen. Straßen rund um den Finkenwerder Ring im Hafenbereich wurden blockiert, wodurch die Autobahn-Abfahrt Waltershof der A7 vorübergehend gesperrt werden musste. Der Lkw-Verkehr staute sich auf der A7 aus Richtung Süden aus bis zum niedersächsischen Fleestedt. Auch die Köhlbrandbrücke war aufgrund der Traktoren kurzzeitig dicht, allerdings normalisierte sich der Verkehr dort gegen 9 Uhr wieder. Die Polizei forderte alle Protestteilnehmer dazu auf, eine Rettungsgasse zu bilden.
Die bundesweiten Proteste der Bauern wurden durch die Entscheidung der Bundesregierung ausgelöst, die Subventionen für Agrardiesel abzuschaffen und die Kfz-Steuerbefreiung für Landwirtschaftsfahrzeuge zu beenden. Mittlerweile wurden die Pläne abgeschwächt und die Vergünstigungen für Agrardiesel sollen schrittweise bis 2026 gestrichen werden, während die Kfz-Steuerbefreiung erhalten bleibt. (eulerpool-AFX)

